Wissen : Holland will Masterstudenten keine Stipendien mehr geben

Die Niederlande sparen an der Hochschulbildung. Die Regierung will ab September 2012 die staatlichen Stipendien für Masterstudierende durch Kredite ersetzen. Es handele sich um den bisher größten finanziellen Einschnitt für Studierende, berichtet das Internetmagazin University World News unter Berufung auf den niederländischen Studentenbund LSVB. Auf die Studierenden kämen Mehrkosten von maximal 3200 Euro im Jahr zu. Die Umwandlung der Stipendien in Kredite gehört zum Sparprogramm der Regierung, das sich auf insgesamt 18 Milliarden Euro summiert.

Der Studentenbund geht davon aus, dass nun viele Bachelorabsolventen kein Masterstudium anstreben. Der Präsident der Uni Twente in Enschede, Anne Herman Flierman, fürchtet insbesondere um den Nachwuchs in den Natur- und Technikwissenschaften, deren Masterprogramme in der Regel zwei Jahre dauern. In vielen anderen Fächern schließen die Studierenden nach einem Jahr ab. Sie hätten im Vergleich weniger Schulden.

Die Regierung verteidigte ihr Vorhaben. „Es ist nicht unverantwortlich, den Studierenden finanziell mehr abzuverlangen. Sie ernten in der Zukunft die Früchte ihrer Ausbildung“, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Halbe Zijlstra. Er erwägt, beim Erststudium ebenfalls von Stipendien auf Kredite umzustellen. tof

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