HU Berlin : Semesterstart mit Panne

An der HU bekommen Erstsemester ihren Studierendenausweis nicht rechtzeitig - ihnen fehlt so auch das Semesterticket für Busse und Bahnen. Bei den Zulassungen zum Wintersemester blieben zunächst Plätze frei, weil die Annahmequote sank.

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Die Einführungsveranstaltung für Erstsemester an der HU im Audimax.
Die Einführungsveranstaltung für Erstsemester an der HU im Audimax.Foto: Mike Wolff

An der Humboldt-Universität haben mehrere Erstsemester ihre Studierendenausweise und Immatrikulationsbestätigungen nicht pünktlich zum Semesterstart erhalten. „Offenbar sind ganze Sendungen nicht angekommen“, sagte Michael Kämper-van den Boogaart, Vizepräsident für Studium, am Dienstag im Akademischen Senat (AS). Kämper dachte laut darüber nach, ob das Problem bei der Firma Pin AG zu suchen sein könnte, mit der die HU die Unterlagen verschickt. Für die Studienanfänger hat die Panne Folgen: Der Ausweis gilt als Semesterticket für Busse und Bahnen, ohne ihn könnten Studierenden auch Ermäßigungen entgehen.

Wie viele der 4900 Studienanfänger die Unterlagen nicht bekamen, konnte Kämper nicht sagen. Inzwischen hätten viele vorläufige Ausweise erhalten, die HU will das Geld für Fahrscheine erstatten. HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz mahnte an, die Verwaltung solle untersuchen, ob die Panne auch an „suboptimalen eigenen Abläufen“ liegen könnte.

Kämper gab zu, das aktuelle Zulassungsverfahren sei nicht problemfrei verlaufen. Die Annahmequote unter den Bewerbern sei entgegen aller Erwartungen zurückgegangen: von 35 auf 29 Prozent. Nicht einmal jeder Dritte nahm also seinen Platz tatsächlich an. Studienplätze seien so zunächst frei geblieben, die HU musste viele Nachrückverfahren starten. Erst Mitte Oktober habe die Uni die letzten Zulassungen ausgesprochen. Nun seien die NC-Fächer „zu 110 Prozent“ ausgelastet, sagte Kämper. Die Philosophie habe sogar eine 182-prozentige Auslastung, das Fach bekommt mehr Personal. 

Womöglich könnte ein besseres Raummanagement helfen, Klagen über überfüllte Vorlesungen zu begegnen. Die HU habe genügend Räume, berichtete Ewald-Joachim Schwalgin, Leiter der Technischen Abteilung. Die Räume seien aber nur zu 50 Prozent ausgelastet. Olbertz kündigte an, die HU bemühe sich darum, das Gebäude des Bildungsministeriums in der Hannoverschen Straße nutzen zu dürfen, sobald das Ministerium seinen Neubau an der Spree bezogen hat.

Das Gebäude könnte auf dem Campus Nord zu einer neuen „biologisch-lebenswissenschaftlichen“ Fakultät“ gehören. Diese könnte ein Ergebnis der geplanten Fakultätsreform sein, wie Olbertz sagte. Er stellte den „Diskussionsstand“ zwischen Präsidium und Dekanen vor. So sollen die Fakultäten eigenständiger über Budgets und Stellenpläne entscheiden. Neben einer starken Biologie könnten die Geographen mit der Landwirtschaftlichen Fakultät verknüpft werden. Die Sozialwissenschaften könnten mit den Philosophen oder den Historikern zusammengehen. Olbertz sagte, es werde „ein hohes Maß an struktureller Vielfalt“ geben. Noch sei das Konzept nicht fertig. Ziel sei, im AS „im laufenden Semester einen ersten Schritt“ der Reform zu beschließen.

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