Wissen : Humboldt-Uni wirbt mehr Drittmittel ein

Die Humboldt-Universität hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Drittmittel eingeworben. Insgesamt nahm die HU im Jahr 2010 gut 92 Millionen Euro ein. Das seien gut zwanzig Prozent mehr als im Vorjahr, gab der Vizepräsident für Forschung, Peter Frensch, am Dienstag im Akademischen Senat der Universität bekannt. Aus einer Mitteilung der HU geht hervor, dass die Steigerung vor allem auf Mittel aus der Exzellenzinitiative, DFG-Programmpauschalen und auch auf das Konjunkturprogramm von Bund und Ländern zurückzuführen ist.

Das Präsidium diskutiere derzeit auch, wie die weiter steigenden Studierendenzahlen am besten bewältigt werden könnten. Das sagte Michael Kämper-van den Boogaart, Vizepräsident für Lehre. Es müssten uniintern Gespräche geführt werden, welche „temporären Beschäftigungsverhältnisse“ den Fakultäten angeboten werden könnten. Allein zusätzliche Lehraufträge zu erteilen, seien „kein probates Mittel mehr“, sagte Kämper. Gebraucht würden Kollegen, die auch Bachelor-Prüfungen abnehmen könnten. Die von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner mit der anstehenden Novelle des Hochschulgesetzes ins Spiel gebrachten Hochschuldozenten mit einem Schwerpunkt Lehre lehne die HU aber weiterhin ab, sagte Kämper im Anschluss an die Sitzung auf Anfrage. Gedacht sei vielmehr an befristet eingestellte W2-Professoren, Seniorprofessoren oder vorgezogenen Berufungen.

Auch der Jurist Martine Heger forderte im AS Verstärkung auf „professoraler Ebene“. Bei den Juristen sei schon jetzt eine „Betreuung, wie sie eigentlich üblich sein sollte“, kaum mehr möglich. Zumal die Sprechstunden der Professoren überlaufen seien. Auf fünf Jahre befristete W2-Professuren könnten eine gute Idee sein, weil sie die Strukturplanung der HU nicht berührten. tiw

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