Kandidatensuche bei HRK und DFG : Die Wissenschaft sucht ihre besten Köpfe

In zwei deutschen Wissenschaftsorganisationen, der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), sind die Chefposten neu zu besetzen. Das Kandidatenkarussell dreht sich - nicht immer rund.

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Gerüchteküche. Viele Namen werden gehandelt, bei der HRK hagelt es Absagen.
Gerüchteküche. Viele Namen werden gehandelt, bei der HRK hagelt es Absagen.Foto: Thilo Rückeis

Schwer tut sich die HRK bei der Suche nach einem Nachfolger für Margret Wintermantel, die zum Deutschen Akademischen Austauschdienst gewechselt ist. Die Zeit drängt, schon am 24. April soll gewählt werden. Die Vorschläge aus den Hochschulen werden zwar erst am heutigen Freitag geöffnet, doch im HRK-Senat, der am Montag in Berlin tagte, macht man sich Sorgen, dass keine wirklich mehrheitsfähige, starke Persönlichkeit dabei sein könnte. Der prominenteste Name, der zuletzt kursierte, ist der des FDP-Politikers Andreas Pinkwart, einst Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. Doch Pinkwart, Leiter der privaten Handelshochschule Leipzig, erklärt auf Anfrage, er stehe nicht zur Verfügung.

Als Anwärter genannt werden auch Godehard Ruppert, seit 2007 Präsident der Universität Bamberg und Professor für Religionspädagogik, sowie Lothar Zechlin, Gründungsrektor der Uni Duisburg-Essen und dort heute Professor für Öffentliches Recht. Als wenig aussichtsreich gilt Walther Christoph Zimmerli, Präsident der BTU Cottbus. Bereits abgesagt haben Hamburgs Unipräsident Dieter Lenzen und Klaus Dicke, Rektor in Jena. Als Wunschkandidat genannt wurde auch Peter Frankenberg, bis 2011 CDU-Wissenschaftsminister in Baden-Württemberg. Doch auch Frankenberg teilte auf Anfrage mit, er stehe nicht zur Verfügung.

Die DFG scheint unter einem Mangel an geeigneten Kandidaten nicht zu leiden. Am 4. Juli sollen ihre Mitglieder die Nachfolge des Ingenieurs Matthias Kleiner bei ihrer Jahresversammlung in Dortmund wählen. Kleiner tritt nach zwei dreijährigen Amtszeiten nicht noch ein drittes Mal an. Nun führt eine Findungskommission Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten. Bis zum Oktober konnten dafür Vorschläge gemacht werden.

Es ist möglich, dass der DFG-Senat den Mitgliedern eine Auswahl zwischen zwei Personen anbietet. Gehandelt wird in der scientific community etwa der Münchner Altgermanist Peter Strohschneider, der von 2006 bis 2011 Vorsitzender des Wissenschaftsrats war. Strohschneider stehe zur Kandidatur bereit, heißt es aus DFG-Kreisen. Er selbst wollte sich auf Anfrage aber nicht äußern.

Zu hören ist auch, dass die Bielefelder Chemikerin Katharina Kohse-Höinghaus zur Kandidatur bereit wäre, was sie auf Anfrage nicht kommentieren wollte. Kohse-Höinghaus ist mit den höchsten Weihen internationaler Spitzenwissenschaft versehen und hat in Dutzenden angesehenen wissenschaftlichen Gesellschaften und Kommissionen Erfahrung gesammelt, unter anderem gehört sie dem Wissenschaftsrat, dem Senat und dem Hauptausschuss der DFG und dem Senat der Helmholtz-Gemeinschaft an. Kohse-Höinghaus wäre die erste Präsidentin der DFG.

Als DFG-Präsident im Gespräch ist dem Vernehmen nach auch Martin Lohse, Vizepräsident der Universität Würzburg, der seine Kandidatur gegen Matthias Kleiner vor sechs Jahren zurückzog. Der mit dem Leibniz-Preis dekorierte Pharmakologe ist Leiter des DFG-Forschungszentrums für Biomedizin und geschäftsführender Direktor der Würzburger Graduiertenschulen.

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