Wissen : „Kleiner Kaktus“ zum Stabi-Jubiläum

Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

1661 ist die Staatsbibliothek zu Berlin gegründet worden, nur kennt man das genaue Datum nicht. Das 350-Jahr-Jubiläum kann man nun also Monat für Monat feiern. Zum Auftakt beim Jahresempfang am Mittwochabend im Otto-Braun-Saal des Scharoun-Baus überraschte ein musikalischer Glanzpunkt: Bibliotheca Musica, der eben gegründete Jubiläumschor der Staatsbibliothek. Hätte das jemand der „Stabi“ zugetraut? Lauter sangesfreudige Bibliothekarinnen und auch einige Bibliothekare, diese zumeist Ruheständler. Sie stammen zudem aus beiden Häusern, dem Ost-Haus Unter den Linden und dem West-Haus am Kulturforum. Der Jubelchor trägt also auch zur Überwindung der internen Spannungen bei, die der Staatsbibliothek seit ihrer Vereinigung zu schaffen machen. Und gesungen wird, was in den Musiksammlungen als Autograf vorhanden ist oder von Komponisten stammt, deren Nachlass die Bibliothek verwahrt. Das Programm, das der Chor unter seinem Leiter, einem jugendlichen Musikstudenten, beherzt bewältigte, umfasste nicht nur Bach und Mendelssohn-Bartholdy, die Hausgötter der Sammlung. Abgeschlossen wurde es mit dem „Kleinen grünen Kaktus“ der Comedian Harmonists. Denn auch der Nachlass von Robert Biberti, dem Bass des legendären Sextetts, befindet sich in den Tiefen des Staatsbibliotheks-Bestandes.

Große Freude, großer Beifall von Zuhörern wie Stabi-Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf, Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und seinem Vorgänger Dieter Lehmann, heute an der Spitze des Goethe-Instituts und von Haus aus selbst Bibliothekar. Auf dem Podium sangen sie Loblieder auf die größte Universalbibliothek im deutschen Sprachkreis. Rdh.

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