Wissen : Kometenjäger beobachtet Eisfontänen auf „Hartley 2“

Fliegende Erdnuss. Der Komet „Hartley 2“, aufgenommen im November 2010. Foto: Nasa
Fliegende Erdnuss. Der Komet „Hartley 2“, aufgenommen im November 2010. Foto: Nasa

Der Komet „Hartley 2“ sprüht Fontänen aus Wassereis in den Weltraum. Das zeigen Messdaten der Nasa-Sonde „Deep Impact“, die dem rasenden Schneeball bis auf 700 Kilometer nahe gekommen ist. „Er ist ein kleiner hyperaktiver Komet, der deutlich mehr Wasser spuckt als andere Kometen dieser Größe“, beschreibt der Astronom Michael A’Hearn von der Universität Maryland.

Er gehört zu dem Forscherteam, das die mehr als 117 000 Bilder auswertet, die während des Vorbeiflugs der Forschungssonde am 4. November 2010 gemacht wurden. „Die Sonne erwärmt das Trockeneis aus Kohlendioxid im Innern des Kometen“, erläutert A’Hearn. „Es verdampft und reißt dabei Wassereis mit sich.“ Wie die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“ berichten, sind die Dampfstrahlen vor allem an den Enden des erdnussförmigen Körpers aktiv.

Außerdem fanden sie an dem größeren der beiden „Pole“ seltsame Blöcke, die in der Sonne glänzten. Die Objekte sind bis zu 80 Meter breit und ragen bis 50 Meter in die Höhe, was einem 16-geschossigen Gebäude entspricht. Zudem reflektieren sie das Licht zwei- bis dreimal besser als die übrige Oberfläche. „Das sind beeindruckende Eigenschaften, aber wir können noch nicht sagen, woraus diese Blöcke bestehen, ob sie abgelagert wurden oder auf dem Kometen gewachsen sind“, sagt die Astronomin Jessica Sunshine.

Die Sonde Deep Impact war im Januar 2005 gestartet und hatte für Schlagzeilen gesorgt, als sie am 4. Juli desselben Jahres ein Geschoss in den Kometen „Tempel 1“ jagte und das Geschehen genau dokumentierte. Später wurde sie zu Hartley 2 umgeleitet, den sie in 18 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde passierte. Für weitere Vorhaben fehlt es ihr nun allerdings an Treibstoff. nes

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