Wissen : Mehr Geld für Akademien und Leibniz Berlin will neuen Wettbewerb für Lehre

Die Komödien der alten Griechen sowie das Werk von Richard Strauss – das sind zwei von neun neuen Forschungsthemen, an denen Wissenschaftler in den deutschen Wissenschaftsakademien künftig arbeiten. Den Etat des Jahres 2011 für das Akademienprogramm in Höhe von 51,8 Millionen Euro segnete jetzt die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern auf ihrer Sitzung in Berlin ab. Im Rahmen des Akademienprogramms werden langfristige geisteswissenschaftliche Forschungsvorhaben bearbeitet, insgesamt umfasst das Programm im kommenden Jahr 146 Projekte mit 195 Arbeitsstellen. Mit der Etatsteigerung um fünf Prozent werde „die stetige Weiterentwicklung und der hohe Stellenwert“ des Programms für die nationale und internationale Grundlagenforschung gewürdigt, teilte die GWK mit.

Um ebenfalls fünf Prozent steigt der Etat für die Institute der Leibniz-Gemeinschaft. Bund und Länder hielten damit ihre Selbstverpflichtung aus dem Pakt für Forschung ein, der für die großen Wissenschaftsorganisationen einen jährlichen Etataufwuchs in dieser Höhe vorsieht, teilte die GWK mit. Die 87 Leibniz-Einrichtungen erhalten 866 Millionen Euro, für große Baumaßnahmen zusätzlich 64 Millionen Euro. Neu in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen werden das Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und das Düsseldorfer Institut für umweltmedizinische Forschung. Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf wechselt dagegen zum Jahresbeginn von Leibniz zur Helmholtz-Gemeinschaft.

Über die von Bundesbildungsministerin Schavan gewünschte „Akademie für Lehre“ diskutieren Bund und Länder weiter. Berlins Wissenschaftssenator Zöllner, der vor drei Jahren vergeblich in der Kultusministerkonferenz einen großen Wettbewerb für Lehre vorgeschlagen hatte, macht sich jetzt neue Hoffnungen, ihn mit dem Bund über die Akademie zu realisieren – durchaus in Kooperation mit dem nur kleinen Wettbewerb für Lehre der KMK und des Stifterverbands. Dabei sollten große Reformen wie „die völlige Neukonzeption von Studiengängen in Jura oder Medizin“ gefördert werden. tiw/akü

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