Mehr Geld für die University of California : Kalifornien kappt Studiengebühren

In den vergangenen zehn Jahren sind die Studiengebühren in Kalifornien um das Dreifache gestiegen. Jetzt werden die Gebühren an der University of California eingefroren. Dafür zahlt der Staat mehr Geld.

von
Teures Studium. 12 000 Dollar kostet ein Jahr an der University of California (hier der Campus in Los Angeles).
Teures Studium. 12 000 Dollar kostet ein Jahr an der University of California (hier der Campus in Los Angeles).Foto: REUTERS

Jahrelang schröpfte Kalifornien seine Hochschulen, wie praktisch alle Bundesstaaten in den USA. Kalifornien kürzte allein im Jahr 2011 zwanzig Prozent der Ausgaben für die staatlichen Unis, Grund war die Finanzkrise. Die Studiengebühren mussten die Hochschulen deshalb kräftig erhöhen. Wenn junge Kalifornier an einem der zehn Standorte der staatlichen University of California – der prominenteste ist Berkeley – studieren wollen, zahlen sie heute gut 12 000 Dollar (11 000 Euro) im Jahr. Das ist dreimal so viel wie noch vor gut zehn Jahren. Für Nicht-Landeskinder liegen die Gebühren noch einmal höher. Für einen Platz im Wohnheim kommen weitere Ausgaben hinzu. 

Derzeit kostet ein Studium 12 000 Dollar im Jahr

Doch jetzt will Kalifornien die Entwicklung  stoppen. Nach zähen Verhandlungen verkündete Gouverneur Jerry Brown von den Demokraten, das Land wolle der University of California (UC) wieder mehr Mittel zukommen lassen. Die Zuschüsse sollen um vier Prozent steigen. Im Gegenzug werden die Studiengebühren für kalifornische Landeskinder in dem kommenden zwei Jahren nicht weiter erhöht, berichtete die „New York Times“. Die Gebühren werden auf dem jetzigen Stand von 12 000 Dollar eingefroren.

Vorausgegangen waren zähe Verhandlungen zwischen Brown und Unipräsidentin Janet Napolitano, der früheren US-Heimatschutzministerin. Brown wollte ursprünglich nicht mehr Geld ausgeben, bestand aber gleichwohl auf einer Kappung der Gebühren für Landeskinder. Er schlug zum Beispiel vor, die Universität solle die „Massive Online Open Courses“ (MOOC) ausbauen, um Geld bei der Präsenzlehre sparen zu können.

Napolitano widersprach: Nur mit Onlinelehre allein könnten keine gute Absolventen hervorgebracht werden: „Qualität bekommt man nicht billig.“ Sie verwies auf steigende Steuereinnahmen in Kalifornien. Brown wurde auch aus der eigenen Partei aufgefordert, die Ausgaben für Bildung und Soziales zu erhöhen, solange die Staatseinnahmen steigen.

Der Landeszuschuss wird um vier Prozent erhöht

Napolitano setzte sich durch. Vier Jahre lang wird der Landeszuschuss um vier Prozent erhöht, zudem zahlt das Land 436 Millionen Dollar für die Pensionslasten der Uni. Derzeit erhält die University of California 2,4 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) an Landesmitteln. Insgesamt liegt das Budget der UC mit 25 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) in diesem Jahr deutlich höher, dazu kommen neben Studiengebühren etwa Forschungsmittel aus Bundesprogrammen sowie die Erträge aus dem Stiftungsvermögen der Uni.

An den zehn UC-Standorten sind derzeit fast 200 000 Studierende eingeschrieben. Nicht-Kalifornier sind von der Kappung der Gebühren übrigens ausgenommen. Für sie steigen die Gebühren in den kommenden zwei Jahren um acht Prozent, danach um fünf Prozent.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar