Wissen : Mit Sprachenrettern auf der einsamen Insel

Ein neues Videoblog zeigt, wie deutsche Forscher in aller Welt arbeiten

Soraya Hosni (HU) zeichnet ein Gespräch mit Daakaka-Sprechern auf. Foto: Promo
Soraya Hosni (HU) zeichnet ein Gespräch mit Daakaka-Sprechern auf. Foto: Promo

Mit Forschern auf einsame Inseln reisen, ins Goldbergwerk steigen oder ihnen im Labor über die Schulter schauen: Die Volkswagen-Stiftung stellt jetzt acht von ihr geförderte Projekte in Videofilmen vor. Die dreiminütigen, von den Wissenschaftlern gedrehten Beiträge sind ab dem 1. März im Internet zu sehen.

Soraya Hosni, Anthropologin an der Humboldt-Universität, etwa dokumentiert im Südpazifik eine der seltensten Sprachen der Welt. Im Team des Sprachwissenschaftlers Manfred Krifka erforscht Hosni das Daakaka, eine auf der Insel Ambrym beheimatete Sprache. Gefördert wird das Projekt im Programm „Dokumentation bedrohter Sprachen“ der Volkswagen-Stiftung, die seit dem Jahr 2000 bislang 94 Forschungsvorhaben mit 21,4 Millionen Euro finanziert hat.

Die Wissenschaftler haben sich nicht weniger vorgenommen, als „ihre“ Sprachen zu retten. Sie wollten sie so weit erfassen, dass spätere Generationen anhand des Materials „die ganze Sprache beschreiben können“. Gesammelt werden die Aufzeichnungen in einem elektronischen Archiv am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen.

Zum Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar hat die Unesco erklärt, dass von den 6000 Sprachen weltweit die Hälfte vom Aussterben bedroht sei. Eine davon ist Daakaka, das auf Vanuatu von nur 600 Menschen gesprochen wird. Die Sprache wird durch die auf dem Englischen basierende Verkehrssprache Vanuatus verdrängt. Bedroht ist Daakaka durch moderne Kommunikationsmittel, aber die Sprecher verlassen ihre Gebiete auch auf der Flucht vor aktiven Vulkanen.

Weitere Kurzfilme in dem Videoblog stammen unter anderem aus der Archäologie, der Bauforschung, der Biologie und der Bodenkunde. Peter Felix-Henningsen aus Gießen etwa analysiert in Georgien, wie Schadstoffe aus dem Goldbergbau in die Nahrung gelangen. Und die Chemikerinnen Caroline Kurth und Andrea Bauer von der Uni Jena entschlüsseln die biochemische Verständigung von Algen. -ry

Die Videos im Internet:

www.sciencemovies.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar