Wissen : Rudolf Jänisch erhält Schering-Preis Stiftung ehrt Pionier der Stammzellforschung

Obwohl Rudolf Jänisch einer der berühmtesten deutschen Wissenschaftler ist, sieht man ihn nur selten in Deutschland. Denn der Stammzellforscher arbeitet seit mehr als 25 Jahren am Whitehead Institute in Boston. Am gestrigen Dienstag aber war er in Berlin, um den Ernst-Schering-Preis entgegenzunehmen. Die Jury sprach ihm den mit 50 000 Euro dotierten Preis „für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der transgenen Tiermodelle und des therapeutischen Klonens“ zu.

Jänisch, 1942 im niederschlesischen Wölfelsgrund geboren, studierte in München zunächst Medizin, landete aber schnell in der Forschung. „Das fand ich einfach viel interessanter“, sagt er. Schon 1976 gelang ihm ein großer Erfolg: Er konnte zeigen, dass es mit Viren möglich ist, DNS-Stücke fest im Erbgut von Mäusen zu verankern. Solche „transgenen Tiere“ wurden später benutzt, um zahlreiche Krankheiten zu erforschen.

Inzwischen arbeitet Jänisch vor allem an künstlichen Stammzellen. Das sind Zellen, die mithilfe von Viren in den Zustand einer Stammzelle zurückgezwungen werden und das Potenzial haben, sich zu jeder beliebigen Zelle des Körpers zu entwickeln. Anfang dieses Jahres gelang es Jänisch, solche Zellen aus den Hautzellen von Parkinsonpatienten herzustellen und aus ihnen anschließend Nervenzellen zu züchten. Das erlaube die Parkinsonerkrankung nun gewissermaßen in der Petrischale zu erforschen, sagte er, warnte aber zugleich, der Weg zu einer Therapie sei noch sehr weit. Dass eine solche aber einmal möglich sein wird, glaubt er schon. Mit seiner Arbeit hat er einen großen Teil dazu beigetragen. kkp

Im Rahmen der Preisvergabe wird Rudolf Jänisch am heutigen Mittwoch um 16 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Hörsaal des Robert-Koch-Institutes, Nordufer 20, 13353 Berlin, halten.

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