SONNE UND KLIMA : Je heller sie scheint, umso wärmer wird’s

Die ungewöhnlich starke Sonnenaktivität im vergangenen Jahrhundert hat auch zu der Vermutung Anlass gegeben, dass nicht der Mensch, sondern unser Zentralgestirn für die beobachtete globale Erwärmung ursächlich ist. Doch während die Aktivität zum Ende des 20. Jahrhunderts nicht weiter anstieg, sind die Durchschnittstemperaturen weiterhin um 0,2 Grad pro Jahrzehnt gestiegen.

„Die globale Erwärmung der letzten Jahrzehnte ist auf keinen Fall auf die Sonne zurückzuführen“, stellt der Sonnenforscher Sami Solanki fest.

Das bedeutet freilich nicht, dass die Sonne gar keinen Einfluss auf das irdische Klima hat. Insgesamt leuchtet die Sonne im Aktivitätsmaximum um etwa 0,1 Prozent heller als im Aktivitätsminimum. Statistische Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Änderungen der Sonnenstrahlung auf der Erde zu Temperaturschwankungen im Bereich von 0,1 bis 0,2 Grad führen.

Welche Rolle die längerfristig verminderte Sonnenaktivität für die „Kleine Eiszeit“ im Mittelalter gespielt hat, ist unter den Klimaforschern umstritten. Denkbar ist, dass eine global zwar geringe Verringerung der Durchschnittstemperatur durch eine Änderung der Windströmungen in der Hochatmosphäre zu einer besonders starken Abkühlung auf der Nordhalbkugel geführt hat. Es gibt andererseits aber auch Hinweise auf überdurchschnittlich viele Vulkanausbrüche in dieser Zeit. Möglicherweise waren hier also zwei Effekte am Werk, deren Klimawirksamkeit sich gegenseitig verstärkte. kay

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