Sonneneruptionen : Astronomen befürchten extrem starke Ausbrüche der Sonne

Sterne, die der Sonne recht ähnlich sind, zeigen energiereiche Ausbrüche. Ist unser Zentralgestirn dazu auch in der Lage? Die Folgen wären dramatisch.

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Eruption. Diesen Ausbruch fotografierte die Nasa-Sonde SDO am 3. Februar. Es handelt sich um eine Eruption mittlerer Stärke. Forscher fürchten, dass die Sonne auch zu wesentlich stärkeren Ausbrüchen fähig wäre.
Eruption. Diesen Ausbruch fotografierte die Nasa-Sonde SDO am 3. Februar. Es handelt sich um eine Eruption mittlerer Stärke....Foto: NASA/SDO/dpa

Bei der Beobachtung von sonnenähnlichen Sternen haben japanische Forscher gewaltige Eruptionen festgestellt. Sie setzen hundertmal mehr Energie frei, als man bisher bei Ausbrüchen unseres Zentralgestirns festgestellt hat. Da die beobachteten Sterne der Sonne sehr ähnlich seien, könnten solche „Superpflares“ auch dort auftreten, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Publications of the Astronomical Society of Japan“.

„Solche extremen Eruptionen könnten einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt auf der Erde haben“, schreiben Daisaku Nogami von der Universität Kyoto und seine Kollegen. Sie könnten sowohl die Bordelektronik von Satelliten als auch elektrische Hochspannungsnetze schwer schädigen – und sogar für Episoden massenhaften Artensterbens verantwortlich sein. Die Astronomen verweisen darauf, dass sich in Bohrkernen Hinweise auf starke, kurzzeitige Erhöhungen der kosmischen Strahlung finden. Als Ursache für diese Ereignisse könnten Superflares infrage kommen.

Wie normale Sonneneruptionen entstehen auch Superflares durch abrupte Änderungen des Magnetfelds. Die dabei frei werdende Energie beschleunigt elektrisch geladene Elementarteilchen auf hohe Geschwindigkeiten. Bei Sternen mit ähnlicher Masse und Temperatur wie unsere Sonne haben Astronomen Superflares mit bis zur millionenfachen Energie normaler Eruptionen beobachtet. Allerdings drehten sich diese Sterne relativ schnell.

Die jetzt beobachteten Sterne KIC 9766237 und KIC 9944137 haben jedoch Rotationsperioden, die nahe an die Umlaufzeit der Sonne von rund 25 Tagen kommen. Mit weiteren Beobachtungen wollen die Astronomen klären, ob auch die Magnetfelder eine vergleichbare Stärke aufweisen.

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