STREIT UM DIE HAUPTSCHULE : Länger gemeinsam lernen als Alternative

SITUATION

In Ostdeutschland wurden Hauptschulen nach der Wiedervereinigung gar nicht erst eingerichtet. Heute gibt es auch kein westliches Land, in dem die Hauptschule nicht infrage gestellt wird. Sie gilt als Restschule, in der vor allem Migranten oft keinen Abschluss schaffen. Hier einige aktuelle Beispiele zur Diskussion:

BERLIN

In der Hauptstadt hat die Koalition aus SPD und Linkspartei 2006 durchgesetzt, dass die Gemeinschaftsschule erprobt wird. In ihr sollen Kinder und Jugendliche möglichst von der ersten bis zur 10. Klasse beziehungsweise bis zum Abitur gemeinsam lernen. Zum Schuljahr 2008/09 startet eine Pilotphase – an etwa 12 Schulen.

HESSEN

Auch SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti will die Gemeinschaftsschule einführen – mit Hilfe eines finnischen Schulexperten, den sie zum Kultusminister machen will. Die amtierende Ministerin Karin Wolff (CDU) dagegen setzt auf neue, „praxis- und handlungsorientierte“ Lehrpläne für die Hauptschule.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Die SPD will nach einem Sieg bei der Landtagswahl 2010 eine Gemeinschaftsschule von der 5. bis zur 10. Klasse schaffen, die in der 5. und 6. Klasse verpflichtend sein soll. Danach könnten Eltern und Schule entscheiden, wie es weitergeht. Das dreigliedrige System soll bleiben. Die CDU sagt „Chaos“ an den Schulen voraus. -ry

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