Wissen : Studie zu schlechtem Pflanzenwachstum widerlegt

Die Erderwärmung und der steigende Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre begünstigt das Pflanzenwachstum. So weit, so klar. Im August 2010 verwirrte daher eine Studie von Maosheng Zhao und Steven Running im Fachblatt „Science“. Die Wissenschaftler berichteten, dass trotz gleichbleibend hoher Temperaturen das Wachstum von Landpflanzen im letzten Jahrzehnt geringer ausfiel als zehn Jahre zuvor. Demzufolge sei die Kohlenstoffaufnahme im Jahr 2009 gegenüber 2000 um ein Prozent zurückgegangen. Sie warnten, dass sich dieser Trend fortsetze, mit drastischen Folgen für die Biotreibstoffproduktion und den globalen Kohlenstoffkreislauf.

Diesem Befund widersprechen Forscher um Arindam Samanta von der Universität Boston. Das damals angewendete Computermodell, in das Satellitendaten eingeben wurden, sei schlecht gewesen, schreiben sie ebenfalls in „Science“. Die vermeintlichen Änderungen habe es in Wirklichkeit gar nicht gegeben. So basierte das Modell vorrangig auf Studien zum Pflanzenwachstum in Amazonien. Die dort gewonnenen Daten auf die anderen Regionen zu übertragen, sei falsch gewesen. Um bis zu 28 Prozent wichen die Prognosen des Modells von der Wirklichkeit ab. Ein weiterer Vorwurf: Zhao und Running haben die Satellitendaten nicht richtig aufbereitet und beispielsweise Verfälschungen durch Wolken oder Schwebeteilchen in der Luft außer Acht gelassen.

Samanta hat noch einmal nachgerechnet. Demnach fanden sich für 85 Prozent der bewachsenen Landfläche keine Hinweise auf einen Abwärtstrend beim Pflanzenwachstum. nes

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