Studium : Was dem Bachelor hilft

Alle reden über den Bachelor, die Industrie ruft zum Handeln auf. Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat jetzt konkrete Vorschläge für die Verbesserung der Qualität des Bachelorabschlusses im Maschinenbaustudium vorgelegt – und gibt den Hochschulen Vorbilder an die Hand, wo solche Ansätze bereits Alltag sind.

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Praktisch. Maschinenbaustudenten sollen eng an der beruflichen Praxis ausgebildet werden, fordert der VDMA. Foto: dpadpa

Damit der Bachelor besser studierbar wird, sollte er sieben Semester dauern und insbesondere Studierenden aus der Berufspraxis Einstiegshilfen geben, heißt es in einer vom VDMA beim Hochschul-Informationssystem HIS in Auftrag gegebenen Untersuchung zum Studienabbruch im Maschinenbaustudium.

Beispielhaft sei etwa das „Offene Lernzentrum“ an der Hochschule Aschaffenburg, das Mentoring anbietet und Tutoren vermittelt, was von einem Drittel der Studierenden mehrfach genutzt wurde. Angebotene Gespräche mit Dozenten über den Wissensstand nahmen 86 Prozent der Erstsemester an.

Ein besonders hohes Abbruchrisiko hätten Studierende mit einem Berufsabschluss, fanden die Experten heraus. Aber auch Abiturienten kämen mit erheblichen Leistungsdefiziten in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern an die Hochschulen, hätten Schwächen im Zeitmanagement und in wissenschaftlichen Arbeiten – und ein unklares Berufsbild. Der VDMA schlägt eine freiwillige Orientierungsphase an FHs und Unis vor, in der sich die Studierenden über ihre Eignung klar werden könnten. Vorschalten sollten die Hochschulen ein Angebot von Selbsttests, nach denen die Interessenten gezielt beraten und in Brückenkursen auf das Studium vorbereitet werden könnten. Der Fakultät Maschinenbau der TU Darmstadt ist es gelungen, durch Auswahlgespräche mit allen Bewerbern die Bleibequote von 76 auf 94 Prozent zu erhöhen.

Die Professoren werden aufgerufen, ihre didaktischen Kompetenzen zu stärken, dazu bräuchten sie wirksame Anreize von Seiten der Hochschulen. Die Lehrenden müssten für Studierende ansprechbar sein und sie qualifiziert beraten. Dazu müssten allerdings die Betreuungsrelationen insbesondere in den ersten Semestern verbessert werden.

Insgesamt müsse das Bachelorstudium sehr viel anwendungs- und praxisbezogener werden, fordert der VDMA. Unternehmen sollten sich in regionalen Verbünden zusammenschließen, um zu gewährleisten, dass während des gesamten Studiums ein Kontakt zur beruflichen Praxis gewährleistet sei. So könnten sich die Studierenden mit ihrem Fach identifizieren und sich immer wieder neu für ihr Studium motivieren. -ry

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