Systemakkreditierung : Ein Uni-Tüv für die TU Berlin

Die TU Berlin will ihr Qualitätsmanagement für die Lehre zertifizieren lassen. Klappt die Akkreditierung, kann sie künftig ihr Studiengänge selbst mit einem Gütesiegel versehen.

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Die Technische Universität Berlin will künftig ihre Studiengänge selbst mit einem Gütesiegel versehen. Dafür will sie ihr Qualitätsmanagement in der Lehre von einer Akkreditierungsagentur zertifizieren lassen. Den Beschluss, eine solche „Systemakkreditierung“ zu beantragen, fasste jetzt der Akademische Senat der TU.

Hintergrund ist, dass die Hochschulen im Zuge des Bologna-Prozesses ihre Bachelor- und Masterstudiengänge durch Agenturen überprüfen lassen müssen. Bisher ließ die TU jeden Studiengang einzeln durch eine Agentur zertifizieren, 78 Studiengänge sind akkreditiert. Diese „Programmakkreditierung“ sei aber teuer und bürokratisch, sagte TU-Vizepräsident Hans-Ulrich Heiß im AS. Die TU rechnet damit, dass die fortlaufende Zertifizierung einzelner Studiengänge 335 000 Euro im Jahr kosten würde. Lässt sie sich nun wie geplant ihr gesamtes Qualitätsmanagement akkreditieren und überprüft dann die Studiengänge selbst, kommt sie nur auf 214 000 Euro. Heiß sagte, die TU habe in den vergangenen Jahren bereits ein eigenes Qualitätsmanagement aufgebaut. Dazu gehören etwa Lehrkonferenzen und Evaluationen durch Studierende und Dozenten. Laut Heiß haben schon 26 Hochschulen die Systemakkreditierung erfolgreich durchlaufen (wie die HTW als erste Berliner Hochschule). Weitere 31 unterziehen sich derzeit wie die FU dem Verfahren.

Prinzipiell begrüßten die AS-Mitglieder an der TU die Systemakkreditierung. „Wir gewinnen Autonomie zurück“, sagte der Philosoph Günter Abel. Einige Gremiumsmitglieder befürchteten aber einen enormen zeitlichen Aufwand für die Prüfung der Studiengänge. So kritisierte der Mathematiker Etienne Emmrich: „Dafür habe ich gar kein Personal.“ An der TU wird davon ausgegangen, dass der Prozess der Akkreditierung bis Ende 2016 hinziehen dauert.

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