Überholte Fakultät : Die HU-Wirtschaftswissenschaften werden saniert

Bröckelnder Putz, offene Rohre, zerschlissene Stuhlbezüge – an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität wird dieses Bild in zwei Jahren der Vergangenheit angehören.

Günter Bartsch
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Behutsam. Studenten fordern, dass die Terrasse vor ihrem Café erhalten bleibt. Foto: HU

Das Wiwi-Gebäude an der Spandauer Straße wird generalüberholt. Um die Sanierung ist nun aber ein Streit entbrannt. Im Zuge der Arbeiten an Fassade und Dach soll eine von Studenten und Alumni im Innenhof gebaute Holzterrasse abgerissen werden. Die Studenten sehen ihren letzten Rückzugsraum in Gefahr und halten dagegen.

Da in den nächsten Monaten Dach und Fassade des Gebäudes erneuert werden, soll die Terrasse vor dem Studentencafé abgebaut werden, um Platz für Baufahrzeuge und Gerüst zu schaffen und den freien Zugang zur Gebäudemauer zu ermöglichen. Durch Umzüge und Bauarbeiten haben die Studenten aber bereits die meisten der von ihnen zum Arbeiten genutzten Räume verloren. Nun kämpfen sie für die vor fünf Jahren mit studentischen Mitteln finanzierte Terrasse vor dem Studentencafé – offenbar mit einem Teilerfolg: Auf Anfrage teilte die Technische Abteilung der HU mit, es werde ein Kompromiss gesucht. Der schnelle Abbruch der Terrasse dürfte also vom Tisch sein. Für ihr Anliegen hatten die Studierenden unter anderem den Fakultätsrat und HU-Vizepräsident Uwe Jens Nagel gewonnen.

Saniert werden am Gebäude zunächst sämtliche Fassaden und das Dach im Bereich des Südflügels sowie die Straßenfassaden, kommendes Jahr folgen dann die übrigen Fassaden im Hof. Ebenfalls 2010 sollen auch zwei Hörsäle renoviert werden. Die Mittel dafür stammen aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung und von der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft der HU, die übrigen Arbeiten werden aus dem HU-Haushalt bezahlt. „Aber was nützen uns die 15 Millionen Euro, die in unsere Fakultät investiert werden, wenn danach kein Platz mehr für diejenigen ist, die sie nutzen sollen?“, fragt die Studentenvertreterin Eva Beermann. Sie will die Terrasse dauerhaft erhalten.

Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht. Zwar stellt die Technische Abteilung in Aussicht, dass die Terrasse noch eine Zeit lang genutzt werden kann. Während mancher Dacharbeiten müsse sie aber aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Und wenn es daran gehe, die Kelleraußenwand des Hauses abzudichten, müsse sie auf jeden Fall weichen.

Sie könne verstehen, dass den Studenten viel an ihrer Terrasse liege, sagt die stellvertretende Abteilungsleiterin Ute Richter-Sepke. Es werde aber an einem „gesamtgestalterischen Konzept“ für den Hof gearbeitet, mit möglicherweise größeren Aufenthaltsbereichen. Dort sei dann ohnehin kein Platz mehr für die Terrasse. Günter Bartsch

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