Wissen : Überraschung am Krater

Marsrover findet weitere Hinweise auf Wasser

Rollendes Labor. „Opportunity“ analysiert den seltsamen Felsbrocken. Foto: dpa/Nasa Foto: dpa
Rollendes Labor. „Opportunity“ analysiert den seltsamen Felsbrocken. Foto: dpa/NasaFoto: dpa

Der unermüdliche Marsrover „Opportunity“ lässt nicht locker: Nach fast acht Jahren auf dem Roten Planeten erforscht er jetzt einen neuen Krater – und begeistert wieder die Wissenschaftler mit seinen Entdeckungen. Nur wenige Wochen nachdem er den Krater „Endeavour“ erreichte, entdeckte er in einem Felsen weitere Hinweise auf Wasser, berichten Wissenschaftler der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa.

Demnach stellten die Messinstrumente des Rovers in dem Brocken einen ungewöhnlich hohen Gehalt von Zink und Brom fest, was auf hydrothermale Aktivitäten hinweisen könnte – etwa auf Wasser, das nach dem Einschlag eines Meteoriten nach oben drängt. „Dieser Fels sieht anders aus als alles, was wir bisher gesehen haben“, sagte Steve Squyres von der Cornell-Universität in Ithaca.

Der Endeavour-Krater ist deutlich älter als die Gebiete, die der Roboter auf seinen bisherigen Erkundungstouren erforscht hat. Von der Untersuchung der verschiedenen Gesteinsschichten, die in dem 22 Kilometer großen Krater bloßliegen, erhofft sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse über die frühe Geschichte des Roten Planeten. Der Krater wurde als Ziel des Rovers ausgesucht, nachdem die Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ bei ihren Umkreisungen dort bestimmte Tonminerale detektiert hatte. Planetengeologen sehen darin einen möglichen Hinweis darauf, dass es früher auf dem Mars wärmer und feuchter war als angenommen – was die Wahrscheinlichkeit für Leben erhöht. Nun soll der Rover als nächstes auch ein Gebiet ansteuern, in dem diese Minerale gehäuft vorkommen.

Dass das rollende Labor überhaupt bis heute durchgehalten hat, ist ein kleines Wunder. „Opportunity“ und sein Zwilling „Spirit“ waren im Januar 2004 auf dem Mars gelandet. Ursprünglich hatte die Nasa von ihnen nur eine dreimonatige Lebensdauer erwartet. „Spirit“ hatte sich vor zwei Jahren im Sand festgefahren, im März 2010 brach die Kommunikation mit der Erde ab. „Opportunity“ hat inzwischen 33,5 Kilometer auf dem Planeten zurückgelegt und ist nach Nasa-Angaben trotz seines Alters noch immer gut in Form. dpa/nes

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