Wissen : Uni Freiburg bangt um ihren Ruf

Der Dopingskandal um das Radteam Telekom könnte auch den Elitewettbewerb der Universitäten beeinflussen. Das befürchtet die Uni Freiburg, von der die beiden Sportmediziner stammen, die am Doping der Radstars beteiligt waren. Der Fall werfe einen „großen Schatten“ auch auf die Eliteanträge seiner Uni, sagte Rektor Wolfgang Jäger dem Tagesspiegel. Freiburg ist eine von acht Hochschulen, die in der zweiten Runde des Wettbewerbs noch im Rennen um den Elitestatus ist.

Er fürchte vor allem den „allgemeinen Imageschaden“ für die Universität, sagte Jäger. Wissenschaftlich sei die Freiburger Sportmedizin allerdings in keines der Elite-Projekte der Uni involviert. Das Freiburger Zukunftskonzept sieht unter anderem vor, dass die Forschung in den Lebenswissenschaften weiter verstärkt wird – wobei die Medizin eine wichtige Rolle spielt. Freiburg hat auch Chancen, drei Exzellenzcluster, große Forschungsvorhaben, bewilligt zu bekommen. An jedem Cluster ist die Medizin ebenfalls beteiligt, gleichwohl gebe es auch hier „in keiner Weise eine Beziehung“ zur Sportmedizin, so Jäger.

Jäger sagte, die Exzellenz einer Uni beweise sich auch, „wenn sie in einer Krise hart und schnell durchgreift“. Das habe die Uni getan, das Vorgehen werde „Vertrauen bei den Gutachtern in der Exzellenzinitiative schaffen“. Der Rektor hatte nach dem Geständnis der Sportärzte angekündigt, sich von ihnen zu trennen und eine unabhängige Untersuchungskommission einzusetzen, die die Arbeit der Sportmedizin in den letzten 20 Jahren prüfen soll. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft solle dafür Wissenschaftler vorschlagen. Bis zur Aufklärung wolle die Uni keine Spitzensportler mehr medizinisch betreuen. Bisher kümmerte sie sich um insgesamt fast 1500 Sportler. Um die Sportmedizin des Uniklinikums gibt es seit längerem Dopinggerüchte.

Die Entscheidung im Elitewettbewerb fällt im Oktober. Demnächst inspizieren Gutachter die Kandidatenunis bei zweitägigen Begehungen. Der „Medienrummel“ um das Doping beeinträchtige die Wissenschaftler der Uni Freiburg bei der Vorbereitung auf die Begehung, sagte ein Sprecher. Der Uni komme aber die Erfahrung aus der ersten Runde zugute. Auch im letzten Jahr war Freiburg ins Finale um den Elitestatus eingezogen, aber gescheitert. tiw

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