Uni-Weltrangliste : München vorne dabei

Bei der neuen Uni-Weltrangliste aus Schanghai schneidet Deutschland als viertbestes Land ab. Ganz vorne unter den deutschen Hochschulen liegt die Münchener Ludwig-Maximilians-Universität.

Tilmann Warnecke

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ist erneut die beste deutsche Universität im weltweiten Schanghai-Ranking. Sie rutscht zwar um zwei Plätze auf Rang 53 in der neuen Liste der 500 besten Hochschulen der Welt ab. Damit bleibt die LMU aber knapp vor der Technischen Universität München, die mit Platz 56 wieder zweitbeste deutsche Hochschule wird (2006: Platz 54). Insgesamt platzieren sich sechs deutsche Unis in den weltweiten Top 100 – eine mehr als im letzten Jahr. Dritte ist mit dem internationalen Platz 65 Heidelberg (2006: Platz 66). Es folgen Göttingen (87.), Freiburg (94. ) und als Neueinsteiger unter den ersten hundert Bonn (Platz 99). Das Ranking, das die Schanghai Jiao Tong Universität herausgibt, gehört zu den am meisten beachteten weltweit – weil es eines der wenigen ist, das Unis auf allen Kontinenten miteinander vergleicht.

Ganz vorne behauptet sich Vorjahressieger Harvard. Die Verfolger tauschen die Plätze. Stanford und Berkeley machen je einen Rang gut und liegen jetzt auf den Plätzen zwei und drei. Cambridge, die beste Uni aus Europa, rutscht vom zweiten auf den vierten Rang. Die USA sind wie in den vergangenen Jahren der große Gewinner: 17 ihrer Unis kommen unter die ersten 20. Aus Europa schafft das noch Oxford (Platz 10), aus Asien die Tokyo University (20.). Die beste Uni Afrikas ist Witwatersrand aus Südafrika auf den Plätzen 305-401, für die kein Einzelranking ausgewiesen ist. Insgesamt ist gerade auf den vorderen Rängen kaum Bewegung festzustellen. Unter die ersten fünfzig schafft es neu nur die Uni Kopenhagen (von 56 auf 46), außer Bonn dringt keine andere Uni neu in die Top 100 ein.

Im Länderranking liegt Deutschland mit seinen sechs Top-100-Unis auf Platz vier, besser sind neben den USA (71) nur Großbritannien (13) und Japan (7). Insgesamt schaffen es 41 deutsche Hochschulen in die Rangliste. Abgesehen von Großbritannien schneidet Deutschland damit deutlich besser ab als der Rest Europas. So haben sich nur 22 französische Unis unter den besten 500 platziert.

Aus Berlin wird nur die Technische Universität berücksichtigt. Sie liegt erneut auf den Plätzen 203-304 – in einer Gruppe mit Aachen, Bochum, Erlangen-Nürnberg, Halle-Wittenberg, Karlsruhe, Leipzig und Marburg. Die Humboldt-Universität und die Freie Universität tauchen dagegen weiterhin nicht auf. Sie wurden vor zwei Jahren von den chinesischen Hochschulforschern disqualifiziert. Die Wissenschaftler reagierten damit auf eine heftige Auseinandersetzung der beiden Unis. HU und FU hatten monatelang ergebnislos darum gestritten, wer die Nobelpreisträger der alten Berliner Universität für sich beanspruchen darf. Sie wollten so ihre Position in der Rangliste verbessern, weil dort auch die Nobelpreisträger als ein Kriterium zählen, die eine Uni seit 1911 stellt.

HU und FU signalisierten jetzt aber, den Streit demnächst doch ausräumen zu wollen. FU-Präsident Dieter Lenzen sagte, das Thema müsse nach der Entscheidung im Elite-Wettbewerb im Oktober noch einmal aufgegriffen werden – „damit Berlin keinen Schaden nimmt“. HU-Präsident Christoph Markschies sagte, er zweifele nicht daran, dass sich die Universitäten einigen könnten.

Weitere Kriterien für die chinesischen Forscher sind die Gewinner der Fields-Medaille – eine wichtige Auszeichnung für Mathematiker – sowie die Zahl der Zitationen in englischsprachigen Fachzeitschriften der Medizin, Natur-, Ingenieur-, Lebens- und Sozialwissenschaften. Erstmals haben die Forscher auch Extra-Rankings für die Fachbereiche veröffentlicht. Berücksichtigt wurden nur die Unis, die es in der Gesamtwertung in die Top 500 geschafft haben. Harvard liegt in der Medizin, den Natur-, Lebens- und Sozialwissenschaften vorne, bei den Ingenieurwissenschaften das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Aus Deutschland ist in der Medizin und den Lebenswissenschaften die LMU München am weitesten vorne platziert (Ränge 37 und 50). Die TU München ist bei den Naturwissenschaften (Platz 40) und den Ingenieurwissenschaften (Platz 77-100) die beste deutsche Hochschule. In den Sozialwissenschaften kommt keine deutsche Uni unter die Top 100. Tilmann Warnecke

Das Ranking im Netz:

http://ed.sjtu.edu.cn/ranking.htm

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