Welt-Aids-Konferenz in Washington : Aids-freie Generation zum Ziel

23.07.2012 22:33 Uhr
Alles nzur noch halb so schlimm? Hillary Clinton verbreitet Optimismus auf der Welt-Aids-Konferenz. Foto: dapd
Alles nzur noch halb so schlimm? Hillary Clinton verbreitet Optimismus auf der Welt-Aids-Konferenz. - Foto: dapd

Es klingt optimistisch: Mit mehr Geld, mehr Zusammenarbeit und weniger Diskriminierung könne die Epidemie in absehbarer Zeit beendet werden. Hillary Clinton gibt gar als Marschrichtung eine Aids-freie Generation vor. Doch es gibt auch mahnende Stimmen, die weniger optimistisch sind.

Die US-Außenministerin Hillary Clinton hat zu neuen Anstrengungen im Kampf gegen Aids aufgerufen. „Wir wollen das Ziel einer Aids-freien Generation erreichen“, sagte Clinton am Montag bei der Welt-Aids-Konferenz in Washington. „Das ist ein Kampf, den wir gewinnen können. Wir sind schon so weit gekommen.“ Clinton kündigte zusätzliche millionenschwere Investitionen der USA in die weltweite Forschung, Behandlung und Prävention an. „Die USA ist dem Ziel einer Aids-freien Generation verschrieben und sie wird es bleiben. Wir werden nicht nachlassen.“

Frankreichs Präsident François Hollande forderte die internationale Gemeinschaft per Videobotschaft zu mehr Zusammenhalt auf.

„Die Solidarität zwischen den Ländern steht auf dem Spiel. Wir brauchen das Engagement der reichsten Länder zur Unterstützung der ärmsten.“

Der Sänger und Aids-Aktivist Elton John rief zu mehr Mitgefühl für HIV-Infizierte auf. „Angst, Ignoranz und Hass machen mich krank. Wir brauchen mehr als Medizin und Geld, wir brauchen Empathie, wenn wir die HIV-Epidemie beenden wollen.“

Microsoft-Gründer Bill Gates bremste dagegen den von vielen Forschern, Politikern und den Organisatoren der Aids-Konferenz demonstrierten Optimismus. „Wir brauchen viel mehr Instrumente im Kampf gegen Aids. Nur damit - und letzten Endes mit einem Impfstoff - können wir über ein Ende der Epidemie sprechen. Niemand sollte denken, dass wir diese Instrumente jetzt schon haben, aber wir werden dahin kommen.“ Bislang gebe es nicht genug Geld, um alle bedürftigen HIV-Infizierten zu behandeln.

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Zudem verringere die Wirtschaftskrise die Spendenbereitschaft der Menschen und die Bereitschaft von Regierungen, Geld für den Kampf gegen Aids auszugeben. „Diese Ungewissheit führt zu Instabilität. Deswegen müssen die Stimmen der Aids-Aktivisten noch viel lauter werden.“ Gates hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Melinda durch eine Stiftung mehrere Milliarden Euro für wohltätige Zwecke und die Entwicklung von Impfstoffen gespendet.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßte es, dass die USA mehr in den Kampf gegen Aids investieren wollen. Eine Sprecherin kritisierte aber, dass die USA die Produktion und Verteilung generischer HIV-Medikamente immer noch nicht genug unterstützten.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria veröffentlichte am Montag neue Zahlen, nach denen die Organisation im Juni 2012 rund 3,6 Millionen HIV-Infizierte mit Medikamenten versorgte - etwa 600 000 mehr als Ende 2010. Die Zahl der HIV-infizierten Mütter, deren Medikamente der Fonds finanziell unterstützt, stieg auf 1,5 Millionen.

Auf dem weltgrößten Treffen zum Thema Aids, das zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren in den USA stattfindet, diskutieren rund 25 000 Teilnehmer noch bis Freitag über neue Fortschritte und Studien im Kampf gegen die HIV-Epidemie. (dpa)

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