Weltraum : Besuch beim kleinsten Planeten

Der Merkur ist der kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Jetzt passiert die Sonde Messenger den runden Winzling.

Nach dreieinhalbjähriger Reise passiert die US-Sonde Messenger („Bote“) am 14. Januar den sonnenächsten Planeten Merkur – den Götterboten der römischen Mythologie. Es ist der zweite Besuch, den der Planet von der Erde erhält: In den Jahren 1974 und 1975 flog die Sonde Mariner 10 dreimal am Merkur vorbei. Messenger soll den Planeten in einer Höhe von 202 Kilometern überfliegen. Weitere Vorbeiflüge sind für Oktober 2008 und September 2009 geplant. Erst dann hat sich die Bahn der Sonde jener des Planeten genug angeglichen, um im März 2011 das Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Merkur zu erlauben.

„Es ist der erste Besuch bei Merkur seit über 30 Jahren und wir können es kaum erwarten“, sagt der Chef-Wissenschaftler der Mission, Sean Solomon von der Carnegie Institution in Washington. „Schon dieser Vorbeiflug wird uns Teile des Planeten zeigen, die wir niemals zuvor mit einer Raumsonde beobachtet haben.“ Denn Mariner 10 fotografierte nur knapp die Hälfte der Planetenoberfläche. Entsprechend lückenhaft sind heute noch die Kenntnisse der Astronomen über den sonnennächsten Planeten.

Mit einem Durchmesser von knapp 4900 Kilometern ist Merkur der kleinste Planet des Sonnensystems, kleiner noch als die größten Monde der Planeten Jupiter und Saturn. In der glühenden Strahlung der nahen Sonne – der Abstand des Merkur von der Sonne beträgt mit 58 Millionen Kilometern nur etwa ein Drittel der Entfernung Erde-Sonne – heizt sich die Oberfläche des Planeten tagsüber auf über 400 Grad auf. Doch keine schützende Atmosphäre hält die glühende Hitze fest: Nachts kühlt der Merkurboden auf unter minus 200 Grad ab.

Auf den ersten Blick nicht mehr als eine mit Kratern übersäte, tote Gluthölle, ist der innerste Planet des Sonnensystems für die Astronomen doch eine geheimnisvolle Welt voll spannender Rätsel. Warum, zum Beispiel, besitzt Merkur ein Magnetfeld? Bei seiner geringen Größe sollte der Dynamo des einst glutflüssigen Kerns längst zum Stillstand gekommen sein. Mit ihren zahlreichen Kameras und Messgeräten soll die Messenger-Sonde dabei helfen, Merkur seine Geheimnisse zu entreißen. kay

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben