Wissen : Willkommen im Biotop Uni Wohlfühlprogramm beim Erstsemestertag der TU

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Die Antwort der Regenwälder auf nährstoffarmen Boden ist die Diversität ihrer Pflanzen, die sich gegenseitig ernähren. Das erfuhren Studierende an der TU Berlin am Mittwoch beim Erstsemestertag am Stand des studentischen Projekts „Ökonik“. Und das passt auf die Situation an überfüllten Unis, die ihren Erstsemestern trotz voller Hörsäle einen möglichst reibungslosen Start ins Studium ermöglichen wollen. Im Foyer und im Audimax der TU wurde den Neuen das Biotop Uni nähergebracht. Es gab Stände für Sprachkurse, Frauenförderung und Start-up-Unternehmen. Das Sportangebot reicht von allgemeinem Konditionstraining bis Shiatsu auf der Bodenmatte. Und ein Mitglied der Uni-Kinogruppe ruft: „Jeden Donnerstag einen schönen Film!“

Im Projekt „Ökonik“ wolle man den Erstsemestern zeigen, dass an der Uni mehr möglich sei als eine Vorlesung durchzustehen und sich durch Mathe zu quälen, sagt Tutor Andreas Hoffmeister. Studierende organisieren in seinem Projekt selbst eine Lehrveranstaltung zur Intelligenz von Ökosystemen und erproben alternative didaktische Modelle.

Das Studium sei wahrscheinlich der schönste Abschnitt ihres Lebens, erklärt TU-Präsident Jörg Steinbach den Studierenden. Weder in der Schulzeit davor noch im Arbeitsleben danach sei man so selbstbestimmt. Doch für „Freie Wahl“ gibt es in den aktuellen Studienplänen wenig Platz, sagen Sarah Rigorth und Benjamin Bisping vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta). Sieben von 180 Leistungspunkten sind es beim Bachelor Umwelttechnik, im Fach Informatik gebe es gar keine Wahlfächer.

Beim Zusammenspiel zwischen Professoren und Studenten komme es darauf an, „was man signalisiert“, sagt Roland Lauster vom Fachgebiet Medizinische Biotechnologie. Gemeinsam mit Felix Ziegler hat er in diesem Jahr den Preis für vorbildliche Lehre erhalten. Lauster unterrichtet seit 2005 an der TU. „Sprechstunde ist, wenn meine Tür offen ist“, und die sei immer offen, sagt er.

Überhaupt hat sich Lausters Fachbereich vorgenommen, mit den Studierenden pfleglich umzugehen. Damit sie nicht so scharf untereinander konkurrieren müssten, habe man allen Bachelor-Studierenden der Biotechnologie zugesagt, unabhängig vom Notenschnitt ihren Master an der TU machen zu können. Vom diesjährigen Jahrgang blieben 59 von 60 Bachelor-Absolventen für ihren Master an der TU. „Wir geben uns so viel Mühe mit den Bachelor-Studenten“, sagt Lauster, „dann wollen wir sie nicht hinausschmeißen.“ So nett kann’s zugehen im Biotop Uni. Katharina Ludwig

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