Wissenschaft : FU verfehlt DFG-Zentrum knapp

Die Freie Universität Berlin hat haarscharf ihr Ziel verfehlt, ein großes Zentrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum Thema „Biodiversität“ an Land zu ziehen. Scheiterte die FU, weil der Senat sie nicht vertrat?

von und
Der Antrag der FU wird als "wissenschaftlich gleichermaßen exzellent" bezeichnet.
Der Antrag der FU wird als "wissenschaftlich gleichermaßen exzellent" bezeichnet.Foto: Thilo Rückeis

Statt der FU setzte sich am Freitag ein Konsortium der Universitäten Leipzig, Jena und Halle-Wittenberg durch. Den Universitäten stehen in den kommenden vier Jahren 33 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Bewerbung der FU wird in einer Mitteilung der DFG als „wissenschaftlich gleichermaßen exzellent“ bezeichnet. In die Endauswahl unter elf Bewerbungen waren zunächst auch Vorschläge aus Göttingen und Oldenburg gekommen, die die Fachgutachter aber nicht überzeugten. Aus Teilnehmerkreisen ist zu hören, die Hälfte der Fachgutachter habe für den FU-Antrag gestimmt. Darum habe die letzte Entscheidung beim Hauptausschuss der DFG gelegen. Dort sei Berlin aber weder wie üblich durch den Staatssekretär noch durch den Abteilungsleiter vertreten gewesen. So habe Josef Glombik, Abteilungsleiter im Brandenburger Wissenschaftsministerium, vergeblich versucht, im Hauptausschuss für die FU zu werben, die mit der Uni Potsdam kooperieren wollte. Aus der Berliner Wissenschaftsverwaltung heißt es auf Anfrage, es sei „bedauerlich“, dass die FU ihr Ziel so knapp verfehlt habe. Die Einschätzung, die Abwesenheit eines Vertreters der Berliner Verwaltung habe womöglich den Ausschlag gegeben, teile man aber nicht. Staatssekretär Knut Nevermann habe an den Berliner Haushaltsberatungen teilnehmen müssen und sei deshalb verhindert gewesen.

Das neue Zentrum, dessen Hauptsitz in Leipzig ist, wird zunächst bis 2016 gefördert. Die Forscher wollen neue Methoden zur Erfassung der Artenvielfalt erarbeiten, erkunden, wie sie entsteht und sich erhält – und wie man sie besser schützen kann. Das Vorhaben der drei ostdeutschen Universitäten, die eng mit außeruniversitären Instituten kooperieren wollen, ist das siebte DFG-Forschungszentrum. Die Zentren sind die größten Einrichtungen, die die DFG außerhalb der Exzellenzinitiative fördert. In Berlin gibt es als DFG-Forschungszentrum bereits das „Matheon“. Weitere Zentren sind in Bremen, Karlsruhe, Würzburg und Göttingen angesiedelt. Der einzige ostdeutsche Standort war bislang Dresden, wo seit 2006 ein Zentrum für Regenerative Therapien gefördert wird.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben