Wissenschaft in Berlin : Berlin erhält ein Zentrum zur Artenvielfalt

Berliner und Brandenburger Unis sowie Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft planen gemeinsam ein Biodiversitätszentrum – mit massiver Finanzhilfe des Bundes. Das gab jetzt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft bekannt.

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Artenvielfalt. Das Berliner Naturkundemuseum, das zur Leibniz-Gemeinschaft gehört, ist einer der Partner beim geplanten Forschungszentrum.
Artenvielfalt. Das Berliner Naturkundemuseum, das zur Leibniz-Gemeinschaft gehört, ist einer der Partner beim geplanten...Foto: Thilo Rückeis

„Wir wollen ein solches Zentrum im Umfeld des Botanischen Gartens gründen“, sagte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Karl Ulrich Mayer am Mittwoch in Berlin. An den Plänen für das Forschungszentrum zur Artenvielfalt sind die drei großen Universitäten in Berlin, die Universität Potsdam sowie fünf Leibniz-Einrichtungen in der Region, darunter das Naturkundemuseum, beteiligt. Federführend ist die Freie Universität mit ihrer Biologie und dem Botanischen Garten in Dahlem. Das geplante „Berlin-Brandenburg Zentrum für Biodiversitätsforschung“ solle größtenteils vom Bund finanziert werden, sagte Mayer bei der Jahrespressekonferenz der Wissenschaftsorganisation.

Damit steht ein von Berlin und Brandenburg schon länger angestrebtes Großprojekt offenbar vor der Realisierung. Die universitären und außeruniversitären Partner waren im Frühjahr vergangenen Jahres in der Konkurrenz um ein millionenschweres Forschungszentrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Artenvielfalt einem Konsortium aus der Region Leipzig, Jena und Halle knapp unterlegen. Dabei hatten die DFG-Gutachter den Antrag aus Berlin-Brandenburg ebenso gut gewertet. Das siegreiche ostdeutsche Vorhaben kann in vier Jahren 33 Millionen Euro ausgeben. In den laufenden Verhandlungen mit dem Bund über die Umsetzung des Berliner Zentrums gehe es um einen niedrigeren Betrag, sagte Mayer.

Auch auf anderen Gebieten will die Leibniz-Gemeinschaft ihre Kooperationen mit den Hochschulen weiter ausbauen. Derzeit liefen erste Konsultationen mit Universitätspräsidenten zur Übernahme von Exzellenzclustern in neu zu gründende „Leibniz-Forschungszentren“, sagte Mayer. Gleichzeitig werde eine Rechtsform gesucht, in der auch Bundesmittel in die neuen Einrichtungen fließen könnten. Der Exzellenzwettbewerb, mit dem Bund und Länder die Spitzenforschung an den Universitäten fördern, läuft 2017 aus; Länder und Unis haben sich verpflichtet, diese großen Forschungsvorhaben zu verstetigen.

Den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Zukunft des Wissenschaftssystems in Deutschland, die für April oder Juli dieses Jahres erwartet werden, kann die Leibniz-Gemeinschaft laut Mayer „mit Freude und Gelassenheit entgegensehen“. Im Dezember vergangenen Jahres hatte er sich gegen inoffizielle Überlegungen gewandt, die von ihm geleitete außeruniversitäre Organisation völlig neu zu strukturieren und Leibniz-Institute womöglich in Universitäten aufgehen zu lassen. Jetzt betonte Mayer, die Stellung der Leibniz-Gemeinschaft und ihrer bundesweit 86 Einrichtungen sei unbestritten.

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