Zukunft der Exzellenzinitiative : Im Elitewettbewerb soll es „Bundesunis“ geben

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will "Bundesunis" schaffen. Für die deutschen Hochschulen könnte das ein Wendepunkt sein

Anja Kühne
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verhandelt momentan mit den Ländern darüber, wie die nächste Exzellenzinitiative ausgestaltet sein soll.
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verhandelt momentan mit den Ländern darüber, wie die nächste Exzellenzinitiative...Foto: Britta Pedersen/picture alliance / dpa

Der Bund will mit der nächsten Exzellenzinitiative „Bundesunis“ schaffen. Das ist aus den Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zu hören. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) wolle die in der nächsten Runde ausgewählten Unis unbedingt über den Artikel 91 b des Grundgesetzes fördern, heißt es. Dieser Artikel erlaubt seit seiner Änderung vor gut einem Jahr eine dauerhafte Förderung von Universitäten durch den Bund.

Setzt sich der Bund bei den Ländern durch, wäre damit der Weg zu einem Umbruch in der deutschen Hochschulpolitik geebnet. Der Wunsch der Falken unter den Wissenschaftsfunktionären und Politikern nach einer schmalen Uni-Spitze könnte endlich wahr werden. In der nächsten Exzellenzrunde müssten zwar mit Rücksicht auf die Länder noch acht bis zwölf Unis gefördert werden. Aber danach könnte die Hälfte dieser „Eliteunis“ des Olymps verwiesen werden, etwa durch strenge Evaluationen. Deutschland hätte dann höchstens fünf „Bundesunis“, die fortan mit deutlich mehr Geld gefördert werden könnten. Es wird erwartet, dass der Bund sich in diesem Punkt gegen Widerstände von Ländern durchsetzt.

Den Ländern reicht ein Cluster pro Exzellenzstandort

Umstritten sind in den Verhandlungen auch die Zugangsvoraussetzungen zum „Elitestatus“. Der Bund meint, die Unis sollten im kommenden Wettbewerb mindestens zwei Cluster eingeworben haben, um sich um den Status „Exzellenzuni“ bewerben zu können. Den Ländern würde ein Cluster reichen. So qualifizierte Bewerberinnen um den Exzellenzstatus würden dann auf der Basis eines knappen Strategieantrags und schon erbrachter Leistung ausgewählt.

Einig ist man sich dem Vernehmen nach darüber, dass es 45 bis 50 Cluster geben soll, die mit drei bis zehn Millionen Euro ausgestattet werden können. Zusätzlich soll es eine Pauschale geben, die an die Uni-Leitungen fließt. Wie hoch sie ausfallen soll, ist noch offen.

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