Berlin-Brandenburg : Autofahrer behalten ihr Kennzeichen nach Umzug in der Region

Ein Umzug von Berlin nach Brandenburg und umgekehrt könnte in den nächsten Jahren ohne Kennzeichenwechsel möglich werden.

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Potsdam - Seit Montag kann man innerhalb Brandenburgs bereits sein Nummernschild behalten, wenn man seinen Wohnort in einen anderen Landkreis verlegt, nicht aber über die Landesgrenzen hinaus. Jens-Uwe Schade, Sprecher von Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD), stellte nun auch eine bundesweite Regelung in Aussicht.

Bisher musste beim Umzug in einen anderen Landkreis das Fahrzeug umgemeldet werden. Das Auto bekam dann das Kennzeichen des jeweils neuen Zulassungsbezirks. Jetzt ist nur noch eine Ummeldung des Wohnorts im Fahrzeugschein nötig, da die Prämie der Autoversicherung sich danach richtet, ob jemand in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Dennoch trage die Regelung erheblich zum Bürokratieabbau bei und spare den Bürgern Geld, erklärte Vogelsänger.

Brandenburg ist deutschlandweit das dritte Bundesland, das von einer entsprechenden Regelung der Zulassungsverordnung Gebrauch macht. In Schleswig-Holstein und Hessen gibt es diese Lösung schon länger. Dort hat man gute Erfahrungen gemacht. „Uns ist nicht einmal die kleinste Kritik bekannt“, berichtet Albrecht Trautzburg, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) mit Sitz in Frankfurt am Main. „Die Erfahrungen sind positiv, darum fordern wir, die Regelung auch länderübergreifend einzuführen.“ Maximilian Maurer, Pressesprecher des ADAC, begrüßte ebenfalls die Verordnung. Es gebe „keinen logischen Grund, an den Ländergrenzen halt zu machen“.

Im Brandenburger Verkehrsministerium unterstützt man die Forderungen. Brandenburg tritt 2011 den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz der Länder an: „Wir werden dort versuchen, Dinge, die bei uns gut laufen, bundesweit durchzusetzen“, erklärte Ministeriumssprecher Schade. Ob die Bestimmungen tatsächlich geändert werden, sei dann aber eine freiwillige Entscheidung der Länder. Aus der Senatsverwaltung für Inneres in Berlin hieß es indes, es gebe derzeit keine konkreten Pläne in dieser Richtung. Man schließe aber nicht aus, „dass sich das in den nächsten Monaten oder Jahren noch ändert“. Sidney Gennies

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