Berliner Inseln : Auf zu neuen Ufern

Eiswerder in Spandau, die Liebesinsel in Treptow: Berlin ist nicht nur von Wasserstraßen durchzogen, sondern hat auch viele Inseln. Unser Autor Rainer W. During fragte sich, wie viele es eigentlich in Berlin gibt und stellt eine Auswahl vor.

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Naturparadies: Die Pfaueninsel im Südwesten Berlins ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Naturparadies: Die Pfaueninsel im Südwesten Berlins ist ein beliebtes Ausflugsziel.Foto: Thilo Rückeis

Mit und ohne Wasser

Wie viele Inseln gibt’s eigentlich in der Stadt? Nicht leicht, eine Antwort zu finden. Es gibt natürliche und künstliche Inseln. Es gibt sie mitten in der Stadt, wo es gar kein Wasser gibt (etwa die „Rote Insel“ in Schöneberg) und es gibt sogar einen Hügel, der so ähnlich heißt: „Insulaner“.

Zahlenspiele

Den Stadtplan in die Hand genommen und nachgeschaut: Rund 70 Inseln gibt es. Zumindest in etwa 20 Fällen kann man sich über die Definition streiten. Dazu zählen die Spreeinsel zwischen Spree und Kupfergraben sowie die von Havel und Mühlengraben umflossene Spandauer Altstadt. Auch die Spandauer Zitadelle und das Köpenicker Schloss befinden sich auf Inseln, sind aber ohne Boot erreichbar.

Wohnen am Wasser

Auf der zur Internationalen Bauausstellung 1984 künstlich aufgeschütteten Tegeler Hafeninsel, die nach gescheiterten Projekten seit Jahren brach liegt, soll im Frühjahr mit dem Bau von elf Stadthäusern begonnen werden. Von ganz anderer Qualität sind die Villen auf Schwanenwerder am Wannsee, gegenüber der Insel Imchen vor Kladow. Diese ist Naturschutzgebiet und ein Vogelparadies.

Schöner Lernen

Auf Scharfenberg, einer der sieben Inseln im Tegeler See, befindet sich ein Gymnasium. Nebenan auf Valentinswerder dominieren Wochenendhäuser. Auf Baumwerder haben die Wasserbetriebe zehn Tiefbrunnen.

Ruhmreiche Pfauen

Berlins wohl bekannteste und größte, echte Insel ist die Pfaueninsel, im Südwesten in der Havel gelegen und nur mit der Fähre zu erreichen, gehört sie zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Mit dem weißen Schloss und der Meierei-Ruine ist sie ein Ausflugsziel.

Nur aus Liebe

Liebesinseln gibt es gleich zwei. Die im Rummelsburger See ist 940 Quadratmeter klein und hat noch nicht einmal einen Steg zum Anlegen. Auf der Liebesinsel in Spandau (amtlich: Kleiner Wall) turtelten vor mehr als einem Jahrhundert heimlich die Soldaten der Garnison. Vor Jahren wurden die 20 Gartenparzellen geräumt, die nur per Boot erreichbare Gaststätte geschlossen. Ein neuer Besitzer will sie wiederbeleben.

Stiller Strand

Berlins östlichste Insel befinden sich am Nordostende des Seddinsees. Nixenwall, Dommelwall und Berg sowie sieben weitere, ebenso winzige wie namenlose Eilande gehören zum dortigen Naturschutzgebiet. Auch im etwas nordwestlich gelegenen Müggelsee finden sich drei Inseln – wenn auch ziemlich versteckt zwischen Rahnsdorf und Müggelheim an der Einmündung der Müggelspree. Auf Dreibock, Entenwall und Kelchsecken befinden sich Wochenendgrundstücke.

Immer wieder Party

Die Insel der Jugend im Treptower Park ist bekannt durch die vielen Partys dort. Und oft gesehen und doch so selten besucht ist auch ein von Wasser umgebenes Fleckchen: das Inselchen mit dem markanten, gelben „Kluwe“-Haus direkt unter der Rudolf-Wissel-Brücke an der A 100.

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