• Unter Nachbarn

    Was ich mache: Ich lebe seit 1989 in Kreuzberg, schon meine Eltern sind hier aufgewachsen und meine Kinder auch wieder. Ich berate Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, baue soziale Projekte mit auf und vermittle Patenschaften zwischen Erwachsenen und Kindern, die sich eine zusätzliche Bezugsperson wünschen. Ich finde es wichtig, dass Menschen durch ein Engagement, das zu ihnen passt, Gesellschaft mitgestalten können. Weil sie dabei Einblicke in andere Lebenswelten gewinnen, voneinander lernen, Vielfalt und Gemeinschaft erleben können. Was mir wichtig ist: Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen darin zu unterstützen, mehr über das nachzudenken, was sie in ihrem Leben bewirken wollen, wo sie Dinge anpacken und Einfluss nehmen können. Im letzten Jahr haben wir mehrere Projekte mit Geflüchteten gestartet. Es ist so schön zu sehen, wie sich Menschen um sie kümmern, ihnen in schweren Zeiten Zuwendung schenken und helfen, hier einen Weg für sich zu finden. Mein Anliegen: Ich wünsche mir, dass wir uns alle stärker darauf konzentrieren, wie wir leben wollen, was wir miteinander Positives erreichen können, statt im Reden über Probleme stecken zu bleiben. Einander offen zu begegnen, Beziehungen aufzubauen mit mehr Aufmerksamkeit, Verständnis und Wertschätzung füreinander, macht uns alle reicher.
    die-freiwilligenagentur.debiffy-berlin.de

    Wollen Sie sich hier vorstellen, oder kennen Sie jemanden, der in dieser Rubrik vorkommen sollte? Schreiben Sie mir eine Mail an leute-s.wiehler@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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Stephan Wiehler ist verantwortlicher Redakteur für Projekte und Entwicklung. von Stephan Wiehler tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Friedrichshain-Kreuzberg,

Neubauwohnung gesucht? Hier zwei aktuelle Angebote: 3-Zimmer-Wohnung im Neubauprojekt „Rigaer Park“, Liebigstraße, 55 Quadratmeter, 3. OG, bodentiefe Fenster („ökologisch, hochwertig, ruhig“) für 830 kalt (warm 950 Euro) plus 2490 Euro „Kaution/Genossenschaftsanteile“. Oder etwas exklusiver: Neubauwohnung mit Spreeblick an der Eastside Gallery, familienfreundliche 138 Quadratmeter, 3 Zimmer, Kaltmiete 2850 Euro, warm 4150 Euro – dafür kautionsfrei. Zwei zufällige Beispiele, die etwa die Bandbreite zeigen, was gerade im Bezirk zu haben ist. Dringender ist der Bedarf für Mieter, die weniger Geld fürs Wohnen ausgeben können. Mehr als 15.000 Wohnungen jährlich müsste Berlin bauen, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, sagt der Wirtschaftsforscher Michael Bräuninger, der am „Wohnatlas 2016“ der Postbank mitgewirkt hat. Das Ziel des rot-rot-grünen Senats, bis 2021 jedes Jahr 6000 neue landeseigene Wohnungen zu bauen, wirkt dagegen bescheiden. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg waren die Zahlen zuletzt rückläufig: 2015 wurden Neubauanträge für 3358 Wohnungen genehmigt, 2016 nur noch für 1193 neue Wohnungen. „2017 werden es voraussichtlich mehr als in 2016“, schreibt der neue Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). „Kurz vor Jahresende sind zahlreiche Anträge für große Wohnungsbauvorhaben eingegangen, u.a. von großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften.“ Wie schnell die Neubauten dann stehen, muss man sehen. Denn der ehemalige Stadtaktivist Schmidt will bei Bauprojekten künftig mehr Bürgerbeteiligung in der Planungsphase. Das kostet Zeit, die das Wohnen in der wachsenden Stadt nicht billiger macht.

Stephan Wiehler lebt seit 20 Jahren in Kreuzberg und wohnt mit seiner Familie in einem Haus mit Nachbarn aus fünf Nationen. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-s.wiehler@tagesspiegel.de.

Stephan Wiehlers Tipp für Sie

Galerie Nome in Friedrichshain. Die Galerie Nome (Dolziger Str. 31), eröffnet im Mai 2015, gehört zu den jüngeren Schaufenstern der Kunststadt. Und jung ist auch das Sujet, dem sich die Galeristen Luca Barbeni und Manuela Benetton widmen: Mit ihren Ausstellungen von „internationalen aufstrebenden und bereits etablierten Künstlern“ bilden sie Reflektionsräume für die Ästhetik des Digitalen und die neuen Kommunikationsformen des Computerzeitalters. Gezeigt wird, was Algorithmen, Bytes und Pixel an künstlerischer Inspiration und Transformation hergeben. Aktuell sind (bis 10. Februar) unter dem Titel „Command: Print“ Werke der in London geborenen Künstlerin Navine G. Khan-Dossos zu sehen (siehe Bild): „Panel-Gemälde“, angefertigt aus den Haupttönen des digitalen Farbdrucks: Cyan, Magenta, Yellow, dem Schwarzanteil Key (CMYK) und Grau. Das Ergebnis: bunt – und sehenswert vor allem, weil in den Arbeiten das Analoge sichtbar bleibt: die Handschrift der Künstlerin.
nomeproject.de

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