• Felix Schoknecht crop

    Unter Nachbarn

    Felix Schoknecht kommt aus Mahlsdorf, ist 18 Jahre alt und Berlins bester Abiturient. Nach acht Jahren am Melanchthon-Gymnasium in Hellersdorf bestand er seine Reifeprüfung mit 894 von 900 möglichen Punkten. Ein Schnitt von 0,7 oder 0,8 müsste das sein, hat er mir gestern am Telefon erzählt, „kann mich aber auch irren“. Das glaube ich allerdings nicht, denn Mathe war eines seiner Leistungsfächer. Das andere war Chemie, und damit Felix und drei Mitschüler dafür nicht an eine andere Schule wechseln mussten, richtete das Melanchthon eigens einen jahrgangsübergreifenden Leistungskurs ein. Wie so etwas funktioniert, warum er für sein Top-Abi „nicht übermäßig viel gelernt“ hat und was er jetzt vorhat, schildert Felix im Interview auf tagesspiegel.de. Ganz stark. Herzlichen Glückwunsch!

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

von
bis
Bitte geben Sie hier den Suchbegriff ein!
von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

wo ist eigentlich die SPD? Das habe ich mich in den letzten Monaten oft gefragt, wenn ich in der Bezirksverordnetenversammlung saß. Die Debatte bestimmten meist die anderen. Linken-Fraktionschef Björn Tielebein ist oft schneller am Pult, als er aufgerufen wird. Alexander J. Herrmann hat seine CDU strategisch günstig als Anwalt der Siedlungsgebiete positioniert, sodass es ihn nicht mal stört, wenn die Konkurrenz „Czaja-Wochen“ ausruft. Selbst das Grünen-Duo Nickel von Neumann und Cordula Streich setzt immer wieder Akzente. Und die AfD pendelt zwischen vorsichtiger Kooperation und fundamentaler Opposition mit regelmäßigen Fehltritten, ist aber auch immer ein Faktor. Von den Sozialdemokraten, die bis zum Herbst noch den Bürgermeister stellten, ist hingegen wenig hängen geblieben. Abgesehen von dem Appell, mit dem Dmitri Geidel die AfD davon abbringen wollte, im Trüben zu fischen.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat Paul Kneffel am Donnerstag gerade noch die Kurve gekriegt. Da stellte er nämlich den Antrag, ein Konzept für ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in kommunaler Trägerschaft zu erstellen, um dem Mangel bei Haus- und Fachärzten entgegenzuwirken. Von anderen Parteien gab es Widerspruch: Christdemokratin Kathrin Henkel warf Kneffel „Wahlkampf“ vor, weil er sich spitz über Ex-Gesundheitssenator Mario Czaja geäußert hatte. Ihr Parteifreund Thomas Pfeifer wies auf die Macht der Kassenärztlichen Vereinigung hin. „Das gibt’s nicht zum Nulltarif“, warnte AfD-Fraktionschef Rolf Keßler. Ein einziges Zentrum allein dürfte kaum den Mangel beheben, sagte Bürgermeisterin Dagmar Pohle. Deshalb ist es gut, das Thema jetzt erst mal im Haupt- und im Gesundheitsausschuss zu beraten.

Niemand jedoch zweifelte an, dass gegen die Unterversorgung etwas getan werden muss. Deshalb war es richtig, dass die Sozialdemokraten das Thema wieder aus der Versenkung geholt haben, damit die Suche nach Lösungen nicht nachlässt. Kneffel jedenfalls ist vom kommunalen MVZ so überzeugt, dass er sich noch während der BVV bei Twitter als Stadtrat ehrenhalber anbot: „Wenn ich dem Bezirksamt mit Ideen der Ausgestaltung helfen muss, mach ich das.“

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

Ingo Salmens Tipp für Sie

Die britischen Wochen im Bezirk gehen weiter. Am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Juli, steigen auf der IGA die 8. Berliner Highland-Games. Zwischen 11 und 17 Uhr stehen an beiden Tagen Heldendisziplinen wie Hammerwurf und Steinstoßen auf dem Programm. Höhepunkt ist das Baumstammwerfen am Sonntag. Die Berlin Pipe Company macht Dudelsackmusik. Extremsportler Joey Kelly wird die Wettkämpfe am Sonnabend eröffnen. Um 16 Uhr steht ein „Hochwerfen für Jedermann“ auf dem Programm, wobei ich bis Redaktionsschluss nicht mehr ermitteln konnte, ob dabei jeder Mann hochgeworfen wird oder etwas anderes durch die Lüfte fliegt. In jedem Fall wollen die Veranstalter den stärksten Mann und die stärkste Frau Berlins ermitteln. Freiwillige vor! (Direkt beim Wasserspielplatz.)

Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.