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    Unter Nachbarn

    Nur selten kommt ein Mitglied der Landesregierung zur BVV in den Arndt-Bause-Saal des Marzahner Freizeitforums. Am Donnerstag war das der Fall, als die Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba (SPD), anreiste. Mit kleinem Gepäck zwar, aber dafür umso wertvollerem. Ihr fiel nämlich die Aufgabe zu, einen „Motor und Mentor“ zu ehren, der in der Jugendhilfe „Außergewöhnliches geleistet“ habe. Klebba überreichte Rainer Rühlemann das Bundesverdienstkreuz.

    Als Geschäftsführer des Jugendwerks Aufbau Ost hat Rühlemann seit der Gründung vor 25 Jahren maßgeblich die Konturen der Jugendhilfe mitgestaltet. Das JAO sei „als sozialer Gestalter in Marzahn-Hellersdorf nicht mehr wegzudenken“, sagte Klebba. Sein Tätigkeitspektrum reicht von Kitas über Schulsozialarbeit, Kinder-, Jugend- und Familienzentren bis hin zum ganz großen Komplex der Berufsorientierung – im Bezirk, in Berlin und darüber hinaus. Rühlemann habe nach der Wende erkannt, welche Bedeutung der Förderung von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein benachteiligter junger Menschen gerade in einer freien Gesellschaft zukomme, würdigte Klebba, in einer neuen Freiheit, die oft zu Mutlosigkeit und Verzweifelung geführt habe. Dem habe er das Bestreben entgegengesetzt, diese Menschen zu ertüchtigen und ihre Talente zu fördern. In der Zeit des Umbruchs habe Rühlemann zudem wichtige Aufbauarbeit geleistet, als es galt, die Strukturen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes in den Ostländern aufzubauen.

    Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) würdigte ihn als wichtigen Faktor der Jugendhilfe in dem Bezirk, in dem er auch zu Hause sei – und verband damit den Wunsch auf weitere Zusammenarbeit.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

das muss ein guter Sommer werden für die IGA, denn bisher hinken die Besucherzahlen den Erwartungen hinterher. „Für den Zeitraum April bis heute blieb die IGA aufgrund des schlechten Wetters 20 Prozent unterhalb des Solls“, teilte Pressesprecherin Sabine Wacker soeben auf meine Anfrage hin mit. Was Hoffnung macht: Der Trend zeigt nach oben. Während die Gartenschau in den ersten 36 Tagen seit Eröffnung nur 4200 Eintrittskarten am Tag verkauft hat, waren es bis Tag 72 schon 8300 im Schnitt. Insgesamt macht das einen Zwischenstand von 650.000 Tickets am Freitag. Um ihr Ziel von zwei Millionen Besuchern zu erreichen, muss sich die IGA aber noch ganz schön strecken. Bis zum 15. Oktober müsste sie dafür 11.800 Karten absetzen – Tag für Tag.

Zweifellos können die Gartenschau-Macher vor allem auf die bescheidene Witterung verweisen. Pressesprecherin Wacker vergisst nicht, den „kältesten April seit mehr als zehn Jahren“ zu erwähnen. Doch auch Mängel beim Service werden bis heute immer wieder berichtet, obwohl Geschäftsführerin Katharina Lohmann schon im Mai versichert hatte, dort „nachgearbeitet“ zu haben. Ein Volltreffer ist allerdings der IGA-Campus. Die 2500 Veranstaltungen des Bildungsprogramms, das sich vor allem an Kitas und Schulen, aber auch an Familien richtet, sind weitgehend ausgebucht – weshalb die Organisatoren das Programm nun noch einmal deutlich aufgestockt haben. Bei offenen Angeboten an den Wochenenden und in den Sommerferien ist auch keine Anmeldung nötig.

Mein Tipp: Gehen Sie hin, schon aus Selbstschutz (mögliche Verluste müsste nämlich der Steuerzahler tragen).

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

Ingo Salmens Tipp für Sie

Neukölln hat 48 Stunden, doch MaHe gibt sich damit nicht zufrieden. Am Sonnabend startet „Acht Tage Marzahn“ – ein Festival, dass das Pflaster der Promenade mit den Erinnerungen an die Platte zu einem großen Kulturevent vermengt. 24 Künstler, eine Reihe davon für das Festival in die Heimat zurückgekehrt, setzen sich an zehn Orten mit der Großsiedlung auseinander. Auf dem Victor-Klemperer-Platz entsteht aus Frachtcontainern und Nylonseilen eine Rauminstallation auf Zeit (Bild), die Band Marzahn spielt Hochhauskonzerte (leider mit arg limitierter Zuschauerzahl, Anmeldung über die Festivalwebsite). Und manche Programmpunkte muss man einfach besuchen, weil sie so schön klingen: „Formvollendet – die vermeintlich größte Bierdeckelsammlung Marzahns“ etwa (im „Lucky Inn“, Marzahner Promenade 45) oder „Entwürfe zu Arbeiten, die sich nicht umsetzen lassen, weil sie den Naturgesetzen widersprechen oder den Betrachter in Lebensgefahr bringen können“. Na, dann mal schnell hin.

Foto: Marcel Weimar

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