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    Unter Nachbarn

    Bevor Jan Meiser morgens in den Boxring steigt, muss er seinen schwersten Kampf gewinnen. Den mit seiner Oma. „Guten Morgen“, sagt er und gibt ihr einen Kuss auf die Wange, gleich nachdem sie ihm die Tür ihrer Parterrewohnung in Berlin-Hellersdorf geöffnet hat. Hier ist Jan aufgewachsen. Meiser, geboren in Stepnogorsk, Kasachstan, aufgewachsen in Berlin, will die Welt mit den Fäusten erobern. Dafür muss er nicht nur im Ring hart kämpfen. Lesen Sie hier die Vorschau – und das gesamte Porträt in unserem Magazin „Tagesspiegel Berliner“, das es hier als kostenloses E-Paper gibt.

    Foto: Jan Meiser in seinem Boxgym. Von Lukas Gasterer.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-i.salmen@tagesspiegel.de

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von Robert Klages tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

Höcke war im Kiez. Ja der: Bernd oder Björn Höcke von der AfD. Oder war er doch nicht im Bezirk, sondern „außerhalb der Stadtgrenze“, wie es die „taz“ in einem Beitrag feiert, als sei es ein Etappensieg: Auf „einer Bühne am Stadtrand“ habe er geredet, schreibt die Zeitung, rund „50 Meter hinter der Stadtgrenze“. Also kein Stoff für diesen Newsletter, sondern Ereignisse in Brandenburg? Räume in Marzahn-Hellersdorf selbst hätte ihre Partei nicht bekommen, sagte die Marzahner AfD-Politikerin Jeanette Auricht gleich zu Beginn der Veranstaltung – aus ihrer Sicht ein Beweis für „den grauenhaften Zustand der deutschen Demokratie“.

Buhuhu, arme AfD: ausgegrenzt im eigenen Land. Das ist eine Partei, die macht das so, wie es ihr gerade passt: Mal sind sie als richtige Deutsche in der Minderheit und müssen gegen die böse Mehrheit der Linksgrünversifften und gegen die abertausend geflüchteten Kinder und gegen die linksgrünversiffte Presse kämpfen. Mal posaunen sie rum, sie würden immer mehr und ihre Bewegung würde wachsen und sie seien in der Überzahl und Deutschland würde schon sehen – da werden schon Schlachtpläne geschmiedet, wer nach der Wahl „entsorgt“ werden soll.

Es handelte sich jedenfalls um das griechische Restaurant „Mittelpunkt der Erde“ in der Mahlsdorfer Str. 2, Hoppegarten. Nun ist Hoppegarten tatsächlich eine amtsfreie Gemeinde im Westen des Landkreises Märkisch-Oderland in Brandenburg. Laut Google jedoch befindet es sich innerhalb der Berliner Stadtgrenze. Es könnte eine Meterentscheidung sein. Die Taz scheint es mit 50 Metern genau abgemessen zu haben. Ich stelle mir da einen Taz-Reporter vor, der wie ein Schiedsrichter bei einem Freistoß Schritte abzählt und dann feststellt „Nicht Berlin!“. Irgendwie scheint das wichtig zu sein, wo der olle Höcke seinen Fascho-Müll ins Volk brüllt. „Deutschland den Deutschen“ und das ganze Bla Bla, wer auch immer das noch hören kann.

Robert Klages ist freier Mitarbeiter in der Politik-Redaktion beim Tagesspiegel und hat schreibt sonst den Lichtenberg-Newsletter – so auch am gestrigen Montag. Schreibt ihm bei Anregungen, Kritik, Wünschen, Tipps bitte eine E-Mail an leute-r.klages@tagesspiegel.de. Oder folgt im auf Twitter oder Facebook

Unser Tipp für Sie

Vom 29. September bis zum 1. Oktober findet die diesjährige pyramidale – Festival für Neue Musik und interdisziplinäre Kunstaktionen statt. Aufführungsorte sind 2017 das Ausstellungszentrum Pyramide, das Freizeitforum Marzahn und die IGA Berlin 2017. Im Zentrum der diesjährigen Pyramidale steht ein großer multimedialer Musiktheater-Abend unter dem Thema Natur – Mensch – Kunst mit vier Uraufführungen. Komponistinnen und Komponisten aus vier Herkunftsländern stellen in ihren neuen Werken ihre eigenen Perspektiven auf dieses Thema vor. Annesley Black (Kanada) beschäftigt sich mit den im Norden Kanadas lebenden Vuntut Gwitchin und den Bedingungen einer autochthonen Kultur zwischen Eigenständigkeit und Assimilation. Samir Odeh-Tamimi (Israel/Palästina) fokussiert das grundlegende Verhältnis von Mensch und Natur und fragt: Ist die Kunst womöglich das Wildeste und das am wenigsten Zivilisierte an der menschlichen Natur? Susanne Stelzenbach (Deutschland) nähert sich mit comichaften Elementen dem Verhältnis von Mensch und Tier im Zeitalter des „Anthropozän“. Kay Duncan David (Dänemark) thematisiert die Phantasien der Wissenschaft, die Kräfte der Natur sowie Raum und Zeit unter Kontrolle zu bringen.

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