• Biesdorf Garagen Muehling

    Unter Nachbarn

    Mein Kollege Jens Mühling hat sich vorgenommen, alle 96 Ortsteile zu besuchen und seine Erlebnisse aufzuschreiben. Jeden Sonnabend erscheint die Serie „Mühling kommt rum“ in unserem Magazin „Mehr Berlin“. Jetzt war er zum ersten Mal in MaHe, in Biesdorf nämlich, da er alphabetisch vorgeht, und von dort erzählt nicht er eine Geschichte, sondern lässt sie von einer alten Dame erzählen. Diese Dame könnte für viele stehen, weshalb wir hier ein Bild der Garagen zeigen, um die es ihr ging. Anwohner haben sie einst in Eigenleistung errichtet. „Abends nach der Arbeit haben wir alle angepackt, freiwillig, bis da 200 Garagen standen“, erzählte die Dame meinem Kollegen. „Nichts haben wir dafür bekommen, als die Häuser nach der Wende verkauft wurden. Der neue Eigentümer meinte, ihm gehöre alles, was auf dem Grund steht, egal wer es gebaut hat.“ Das ist nicht nur eine Geschichte von Teerpappe und verwitterten Holztüren, es geht auch um gelebte und zerstörte Ideale. 23 Jahre lebte die Frau mit ihrem Mann in Biesdorf, einem Offizier aus dem Verteidigungsministerium. „Ist gleich nach der Wende gestorben. Sein Herz hat das nicht mitgemacht, als damals alles zu Ende ging.“ Und dann hatte sie auch noch eine pointierte Meinung zum Schloss Biesdorf. Aber lesen Sie am besten selbst.

    Wollen Sie jemanden in dieser Rubrik vorstellen? Oder sich selbst? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter leute-i.salmen@tagesspiegel.de. Ich melde mich.

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von Ingo Salmen tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Marzahn-Hellersdorf,

Marzahn blüht auf. Die Begeisterung für die Internationale Gartenausstellung hat den ganzen Bezirk erfasst und reicht selbst bis in die Lötschbergstraße in Biesdorf. Getreu dem Motto „IGA vor Ort“ hatten dort jetzt ein 61-Jähriger und ein junger Mann, der sich als 16-Jähriger ausgab, 250 Grünpflanzen in der eigenen Wohnung aufgezogen. Das stieß sogar auf Interesse bei der Polizei, die sich zwei Tage vor IGA-Eröffnung die private Blumenhalle mal genauer anschaute und die Pflanzen als Cannabis identifizierte. Bei allem Enthusiasmus für die Gartenschau ging das den Beamten doch ein wenig zu weit, zumal sie auch Pistolen, Gewehre und Munition vorfanden. Dem älteren der beiden Gartenfreunde schenkten sie daraufhin eine Eintrittskarte ins Kittchen. Wenden wir uns also lieber jenen zu, die in friedlicher Absicht gekommen sind …

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

Ingo Salmens Tipp für Sie

Der perfekte Mord geht bekanntlich so: Frau erschlägt Mann mit gefrorener Lammkeule, Lamm kommt in den Ofen und wird den ermittelnden Polizisten, Ex-Kollegen des getöteten Mannes, später serviert. Erfunden von Roald Dahl und aufgeschrieben in der Kurzgeschichte „Lamb To The Slaughter“. Weitere kreative Wege der Ehepartner-Entsorgung stellt Krimiautor Stephan Hähnel an diesem Mittwoch, 19. April, ab 18 Uhr in der Heinrich-von-Kleist-Bibliothek, Havemannstraße 17B, vor. Da geht es um Mordwerkzeuge aus dem Baumarkt, eine Frau, die in der Kammer vergessen, und einen Mann, der an die Katzen verfüttert wird. Der Eintritt ist zwar frei, doch der Besuch erfolgt auf eigene Gefahr (und bitte nach Anmeldung unter Tel. 030/9339380). Am kommenden Sonntag, 23. April, können Sie die Geschichten dann gleich mit der Realität abgleichen. Dann ist der Kriminalrat a.D. Hans Weise, Jahrgang 1936, ab 10.30 Uhr in der Peter-Weiss-Bibliothek, Hellersdorfer Promenade 24, zu Gast und erzählt „illustre“ Kriminalfälle aus seiner aktiven Zeit. Aber Vorsicht: Der Mann war als Polizist auch in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf aktiv. Also, falls Sie noch die ein oder andere Leiche im Keller haben …
Foto: Periplant/Promo

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