Gastbeitrag des CDU-Bundestagsabgeordneten in Berlin-Spandau : Kai Wegner: "Keine weiteren Sporthallen schließen!"

Die Schließung von Turnhallen beeinträchtigt die integrative Kraft des Sports. Flüchtlinge sollten stattdessen ausgewogen über die Fläche Deutschlands verteilt werden.

Kai Wegner
Kai Wegner ist Mitglied des Bundestages und Kreisvorsitzender der Spandauer CDU.
Kai Wegner ist Mitglied des Bundestages und Kreisvorsitzender der Spandauer CDU.Foto: Yves Sucksdorff

Kai Wegner (Jahrgang 1972) gehört dem Bundestag seit 2005 an und ist Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Er ist Großstadtbeauftragter und Vorsitzender der Landesgruppe Berlin in der CDU/CSU-Fraktion, Generalsekretär der Berliner CDU und Kreisvorsitzender der Spandauer Christdemokraten. Lesen Sie hier seinen Gastbeitrag:

Der Duft von Lebkuchen und Glühwein des Spandauer Adventsmarktes in der Altstadt verrät es: Weihnachten steht vor der Tür! Es ist die Zeit, inne zu halten und das Jahr 2015 in Berlin und Spandau Revue passieren zu lassen – es war ein bewegtes Jahr! Zu erinnern ist an das in den französischen Nationalfarben erstrahlte Brandenburger Tor als Zeichen der Solidarität nach den Terroranschlägen in Paris, an die Feiern zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit sowie an das Gedenken zum Kriegsende vor 70 Jahren.

Und obwohl Deutschland seit 70 Jahren mit seinen Nachbarn in Frieden lebt, ist der Krieg heute präsenter denn je. Täglich kommen hunderte Flüchtlinge, die aus dem Krieg in ihren Heimatländern, vor dem Terrorregime des IS in Syrien und Irak, aus Afghanistan und aus anderen Ländern geflohen sind, zu uns. Die Auswirkungen sind auch in einer Großstadt wie Berlin deutlich zu spüren und die Herausforderungen zur Bewältigung der Flüchtlingsströme enorm. Wir stellen uns unser humanitären Verantwortung und wollen alle Menschen, die unseren Schutz benötigen, ordentlich unterbringen. Spandau hat dabei Enormes geleistet. Mein ausdrücklicher Dank gilt den vielen hauptamtlichen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Helfern, ohne die diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe nicht zu bewerkstelligen wäre.

Auch die anderen Bezirke sind in der Pflicht

Spandau ist der Berliner Bezirk mit den wenigsten Einwohnern und hat trotzdem mehr Flüchtlinge aufgenommen als fast alle anderen Bezirke. Mehr als 5.000 Menschen haben wir in unserer Spandauer Mitte Schutz bieten können. Das ist eine grandiose Leistung und versinnbildlicht das friedliche Miteinander, durch das unser Bezirk gekennzeichnet ist. Spandau soll weiterhin seiner Verantwortung für die Flüchtlingsunterbringung nachkommen, aber auch die anderen Bezirke sind in der Pflicht, ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten. Es kann nicht sein, dass in Spandau weitere Turnhallen geschlossen werden sollen, denn dadurch käme der Schul- und Vereinssport zum Erliegen. Dies würde zudem die integrative Kraft des Sports beeinträchtigen.

Belastung gleichmäßiger verteilen

Insgesamt nimmt Berlin weit überproportional Schutzsuchende auf, weil es viele Flüchtlinge in die großen Städte unseres Landes zieht. Gleichzeitig gibt es in ländlichen Regionen Leerstände und es werden sogar Wohnungen abgerissen. Notwendig ist daher eine ausgewogenere Verteilung der Schutzsuchenden über die Fläche Deutschlands. Es geht darum, ethnische Ghettoisierungen zu verhindern, sozialen Spannungen präventiv entgegenzuwirken und die Belastung der öffentlichen Haushalte gerechter und gleichmäßiger zu verteilen. Deshalb sollten anerkannte Flüchtlinge ihren Wohnort erst dann frei wählen können, wenn sie für sich und ihre Familie sorgen können.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Adventszeit, ein besinnliches und – vor allem – friedliches Weihnachtsfest sowie einen erfolgreichen Start ins Neue Jahr!

K

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