Fessel-Spiele und ein Fausthieb : Ben Tewaag wegen Körperverletzung vor Gericht

Der älteste Sohn von Schauspielerin Uschi Glas, Ben Tewaag, muss wieder vor Gericht. Eine Frau erlitt bei Fesselspielen in seiner Wohnung einen Jochbeinbruch. Als Opfer aber sieht sich der Angeklagte.

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Ben Tewaag sitzt wieder auf der Amklagebank.
Ben Tewaag sitzt wieder auf der Amklagebank.Foto: dpa

Glattrasiert, dunkler Anzug und die Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt ließ Ben Tewaag das Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Der älteste Sohn von Schauspielerin Uschi Glas muss wieder einmal die harte Anklagebank drücken. Es geht um Fesselspiele in seiner Wohnung in Prenzlauer Berg vor zwei Jahren, die mit einem Fausthieb ins Gesicht einer 26-Jährigen endeten. Sie erlitt einen Jochbeinbruch. Als Opfer aber fühlt sich der 39-Jährige.

Die Anklage gegen Ben Tewaag, der als Beruf Regisseur und Filmproduzent angab, lautet auf versuchte Nötigung und Körperverletzung. Nach zunächst einvernehmlichen Fesselspielen versuchte er, die Frauen ans Bett zu fixieren. Eine 23-Jährige bekam ihre Hand wieder frei. Die 26-Jährige soll er dann aufs Bett gedrückt und versucht haben, deren Fuß in eine Fessel zu schieben. Weil sie sich wehrte, habe er sie geohrfeigt und dann mit der Faust geschlagen.

"Im Reflex" die Faust geballt

„Erst wurde ich ans Bett gefesselt“, begann Tewaag.“ Es sei eine „sexuelle Blödelei“ der jüngeren Bekannten gewesen. In hilfloser Lage habe er „gute Miene zum bösen Spiel“ gemacht und verschiedene sexuelle Handlungen über sich ergehen lassen – „zwischen Reizen und Piesacken“. Er habe sich zumindest vorgeführt gefühlt. Als er dann Elena C. fesseln wollte, habe sie ihm zwischen die Beine gefasst, ihn verletzt. Weil der Schmerz so groß war, habe er „im Reflex“ die Faust geballt. Ein „Befreiungsschlag“, so der Anwalt.

Elena C., eine Expertin für erotische Massagen, sagte, Tewaag habe auf ihr Nein nicht gehört. „Ich konnte mich nicht anders wehren.“ Es sei möglich, dass ihre Fingernägel Kratzer hinterließen. Sie gab zu, dass es kurz danach Geldforderungen gegenüber Tewaag gab.„Weil ich lange nicht aus dem Haus gehen konnte“. War Tewaag Täter oder Opfer? Der Prozess gegen den mehrfach wegen Körperverletzung Vorbestraften geht am 17. Juni weiter.

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