• Flüchtlingsunterkünfte in Berlin: Welche Turnhallen jetzt frei werden - die Übersicht

Flüchtlingsunterkünfte in Berlin : Welche Turnhallen jetzt frei werden - die Übersicht

Die erste von 60 Modularen Unterkünften für Flüchtlinge kann bezogen werden. Bis Ende März sollen auch die verbleibenden zwölf Turnhallen geräumt sein.

Ab Ende Januar sollen noch zwölf Turnhallen in Berlin als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt werden.
Ab Ende Januar sollen noch zwölf Turnhallen in Berlin als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt werden.Foto: Thilo Rückeis

Die erste MUF wird Ende Januar bezogen, eine von 60 geplanten Modularen Unterkünften für Flüchtlinge, in der Wittenberger Straße in Marzahn. Ein freudiges Ereignis für die Stadt, findet die Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales, Regina Kneiding. Erstmals ziehen 300 Flüchtlinge aus vier Turnhallen in Steglitz-Zehlendorf (Wedell-, Lessing-, Lauenburger Straße und Hüttenweg) in einen eigens für sie errichteten Neubau. Dort gibt es unterschiedlich große Apartments für alleinstehende Männer oder Familien. Maximal 450 Menschen können hier zusammenwohnen.

Damit reduziert sich die Zahl der mit Flüchtlingen belegten Turnhallen von 16 auf 12. Bis Ende März sollen nun alle Turnhallen freigezogen sein. Zuletzt war das Jahresende als Freizugstermin angepeilt worden, im Frühjahr 2016 war noch von September 2016 die Rede. Weil unterlegene Bewerber erfolgreich gegen die Ausschreibungen zum Betrieb von MUFs und Tempohomes (Containerdörfern) geklagt hatten, werden die Aufträge nun in einem Schnellverfahren für eine Übergangszeit vergeben.

Fertig ist auch eine MUF in der Bernauer Straße in Reinickendorf, dort fehlt allerdings noch der Betreiber. Auch der zweite Standort in Marzahn an der Arendseestraße soll in vier Wochen bezugsfertig sein. Derzeit plant und baut die Senatsverwaltung neun MUFs mit insgesamt 3850 Plätzen, davon vier in Marzahn-Hellersdorf, zwei in Pankow (Buch, Wolfgang-Heinz-Straße und Lindenberger Weg) und jeweils eine in Lichtenberg (Neu-Hohenschönhausen, Wartenberger Straße), Steglitz-Zehlendorf (Lankwitz, Leonorenstraße) und Neukölln (Kiefholzstraße). Die Bauten kosten zwischen 17 und 21 Millionen Euro, werden damit deutlich teurer als ursprünglich vom Senat geschätzt.

Probleme bei geplanter Großsiedlung auf dem Tempelhofer Feld

Die geplante MUF am Standort Gutschmidtstraße 37 wird offenbar nicht realisiert. Hier gab es Planungsvorbehalte von der BVG. „Es ist nun beabsichtigt, dort Tempohomes zu errichten“, heißt es in einer Vorlage an den Hauptausschuss. An der Gutschmidtstraße sollte eine Doppel-MUF für 690 Menschen entstehen. Dafür wird jetzt ein Ersatzgrundstück gesucht.

Welche der ursprünglich genannten Standorte inzwischen wegen Planungsproblemen gestrichen wurden, konnte Kneiding nicht sagen. Der geplante Container-Standort auf dem Gelände des ehemaligen Familienbads im Olympiapark wurde wegen des Vorkommens seltener Tiere und Pflanzen erst mal zurückgestellt.

Probleme gibt es auch bei der geplanten Container-Großsiedlung auf dem Tempelhofer Feld. Bis zum Sommer sollen dort vier Containersiedlungen für rund 1200 Menschen stehen. Doch das Kraftwerk am Columbiadamm, das das Flughafengebäude mit Wärme versorgt, macht nach Angaben der Berliner Immobilien-Management-Gesellschaft (BIM) zu viel Lärm. So könne der auf drei Jahre befristete Wohnstandort nicht genehmigt werden. „Es gibt ein paar technische Fragen zu klären“, sagt BIM-Sprecher Christian Breitkreutz. Die Nachrüstung des Kraftwerks könne aber parallel zum Bau der Containerdörfer erledigt werden und werde nach derzeitigem Stand die Fertigstellung nicht verzögern. Weitere Hürden im Genehmigungsverfahren gebe es nicht.

13 Containerdörfer sollen bis zum Frühjahr 2017 fertig werden

Vom ursprünglichen Masterplan für den Ausbau von Tempelhof zum „Ankunftszentrum“ für Flüchtlinge wurden laut Breitkreutz erhebliche Abstriche gemacht, um die Kosten zu senken. Mit welchen Baukosten derzeit gerechnet wird, wollte er nicht sagen. „Zu einzelnen Standorten können wir keine Auskünfte machen, da diese zu falschen Rückschlüssen auf andere Standorte führen könnten.“ Insgesamt wurden für 30 Containerstandorte 78 Millionen Euro bewilligt.

13 Containerdörfer sollen bis zum Frühjahr 2017 fertig werden, hieß es im vergangenen November. Als nächstes Tempohome kann nach Angaben aus der Sozialverwaltung die Gerlinger Straße in Neukölln-Buckow bezogen werden, mit 560 Plätzen. Dahin umziehen sollen die Bewohner der Turnhallen Lobeckstaße (Friedrichshain-Kreuzberg), Buckower Damm und Efeuweg (Neukölln) sowie Glienicker Weg (Treptow-Köpenick). Im Februar soll auch das Tempohome an der Elisabeth-Aue in Pankow fertig werden.

Die größten Flüchtlings-Unterkünfte sind derzeit die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau – mit 1400 Bewohnern – und das ehemalige Stasi-Gebäude an der Ruschestraße in Lichtenberg mit 1300 Bewohnern.

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