Ideen für Berlin : Hier sind die Antworten!

Neues Stadtwappen, eine Online-Uni, der Schmetterlingscent - irgendwann muss sich doch was ändern! Unser Autor hat jede Menge Vorschläge, was zu tun wäre. Diskutieren Sie mit!

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Argumente für mehr Bier und Stullen, gesehen der Friedrichstraße.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Maik Werther
20.09.2017 09:55Argumente für mehr Bier und Stullen, gesehen der Friedrichstraße.

Jeder Berliner ist aufgefordert, einen Besinnungsaufsatz unter dem Titel „Was kann ich tun für meine Stadt?“ zu schreiben. Der Aufsatz darf nicht kürzer als drei, aber auch nicht länger als sechs Seiten sein. Die Worte „dynamisch“, „Synergie“, „maximieren“, „sexy“, „Potenzial“, „weiterentwickeln“ dürfen nicht vorkommen!

Zoo und Tierpark sollen in ihrer bisherigen Form aufgegeben werden. Die Tiere sind, so weit es geht, auszuwildern. Die Anlagen bleiben erhalten. Kleinkünstler, Märchenerzähler, aber auch Tierquäler oder windige Spekulanten sind angehalten, die Tiere darzustellen. Empfohlen wird hierzu Method-Acting. Die Öffnungszeiten bleiben weitgehend erhalten, Kinder und Tiere Eintritt frei.

Bürger, die Häuser mit mehr als 17 Zimmern bewohnen, sollten verpflichtet werden, 13 Nächte auf einer Parkbank, in einer Obdachlosenunterkunft oder unter einer Brücke zu verbringen.

Maus, Ratte, Wildschwein, Fuchs!

Berlin braucht ein neues Wappentier. Kein Schwein weiß, was der Bär bedeutet und warum er gerade unser Stadtwappen besetzt und nicht das von Wladiwostok oder Moskau. Wie wäre es stattdessen mit Maus, Ratte, Wildschwein oder Fuchs? Die stromern ohnehin jeden Tag durch die Stadt.

Sämtliche Buddy-Bären sind an sämtliche Schurkenstaaten zu verschenken, neue Buddy-Bären dürfen nicht aufgestellt werden.

Das Erscheinungsbild der Berliner Taxen muss sich ändern. Der helle Elfenbeinton stimmt depressiv. Stattdessen wird vorgeschlagen, dass die Berliner Taxen ein leuchtendes Zuversichtsblau anlegen.

Spielplätze für Erwachsene müssen in großer Zahl in allen Bezirken eingerichtet werden. Am wichtigsten sind Trampoline oder Laufkugeln, Rolla Rollas oder straff gespannte Seile. Der Aufenthalt auf diesen Spielplätzen bleibt ausschließlich Erwachsenen über Dreißig vorbehalten, Kinder können jedoch ihre Eltern begleiten, sofern sie diese beobachten und sie ab und zu loben und ermutigen.

Automatencasinos sind ersatzlos zu streichen.

Meditationskurse für Busfahrer
Die Busfahrer der BVG müssen verschiedene Sensibilisierungskurse und Meditationsübungen absolvieren. Wer danach weiterhin den Fahrgästen das Gefühl gibt, eine Ladung Altmetall auf dem Weg zum Schrottplatz zu sein, muss seinen Bus ein Jahr durch die Wüste Gobi, die verschneiten Karpaten oder durch Mexiko-City steuern.

Der Berlin-Marathon muss wirklich Ost- und Westberlin verbinden. Die bisherige Streckenführung ist zu westlastig.

Der Bürgermeister und seine Senatoren müssen vor Dienstantritt nachweisen, dass sie Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und „Das Kapital“ von Karl Marx gründlich studiert haben.

Jeder erste Sonntag im Monat ist im gesamten Stadtgebiet autofrei. Ausgenommen sind Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr und Polizei.

Es wird unverzüglich mit dem Aufbau einer zentralen Hunde-DNA-Kartei begonnen. Wer durch diese als Kot-Fabrikant identifiziert wird, muss eine Woche lang Bürgersteige und Parks fegen und pflegen. Nicht der Hund, sondern der Hundemensch ist das Problem. Der Bürgermeister darf nie wieder Wauwireit heißen.

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