Neuköllns Ex-Bürgermeister : Heinz Buschkowsky will mehr Video

Auf Einladung der CDU wirbt Neuköllns Ex-Bürgermeister bei Bier und Curry-Pommes für mehr Videoaufklärung - gewürzt mit Selbstironie.

Der ehemalige Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD).
Der ehemalige Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD).Foto: DPA/Matthias Balk

Veranstaltungen mit Heinz Buschkowsky haben Gelinggarantie. Der Troubadour von Recht und Ordnung redet aus dem Stegreif in Wunschlänge, erledigt die Gegenposition locker nebenbei, auch wenn sie auf dem Podium gar nicht vertreten wird, und er würzt seine Reden mit Berlinismen, die selbst gebürtige Berliner noch nie gehört haben: Es gebe nun mal auf Berlins Straßen, sagt er, „immer mehr Leute, die haben einen Sprung in der Schüssel oder einen Krümel auf der Schalmei, wie die Leute in Berlin sagen“.

Am Montagabend war es schon kaum noch Berlin: Buschkowsky hatte sich auf Einladung des CDU-Abgeordneten Stephan Schmidt nach Heiligensee lotsen lassen, wo am Rand der Sandberge die Sportlerkneipe „Zum Elch“ Bier und Curry-Pommes bereithält und locker die etwa 30 Gäste aufnimmt, die sich vom ehemaligen Neuköllner Bürgermeister über dessen Volksbegehren für mehr Videoüberwachung aufklären lassen wollen. Assistiert von Sascha Braun von der Gewerkschaft der Polizei gibt er eine lockere, mit Selbstironie („ich, ein abgehalfterter, leicht grenzdebiler ehemaliger Bürgermeister“) und Sprüchen gewürzte Performance, die Buschkowsky-Fans sicher nicht zum ersten Mal gehört haben – und deren Hauptziel die Politiker der eigenen Partei sind.

"Da bin ich draufgesprungen wie der Igel auf die Bürste"

Über den Wowereit-Sarrazin-Senat klagt er, der habe die Verwaltung kastriert, „die Eier abgeschnitten ohne Betäubung“, und über den amtierenden Innensenator Geisel, der mehr Video ablehnt, urteilt er noch härter: „Da ist nun gar nix“.  Der konservative SPD-Mann liegt mit seiner Partei über Kreuz in innenpolitischen und wohl auch generell politkulturellen Fragen, und deshalb hatte er sich zügig vom ehemaligen CDU-Justizsenator Heilmann überreden lassen, das Volksbegehren mitzutragen, im Buschkowsky-Duktus: „Da bin ich draufgesprungen wie der Igel auf die Bürste.“ Und eigentlich spreche er auch lieber von Videoaufklärung als von Videoüberwachung, „wer will sich schon überwachen lassen?“.

In der eigentlichen Sache bekräftigt er seine bekannten Positionen. Etwa 50 Orte will er von der Polizei auswählen und mit Videokameras bestücken lassen, um Verbrechensbekämpfung und Prävention zu stärken. Das soll in fünf Jahren 70 bis 80 Millionen Euro kosten und den Wunsch der Bürger nach mehr Sicherheitsgefühl erfüllen, auch den eigenen, denn „wenn es dunkel wird, benutzt meine Frau keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, das machen wir nicht“.

Ein wenig leidet die Veranstaltung unter der Abwesenheit einer Gegenposition. Nur ein Zuhörer fragt, weshalb denn bisher so wenig für die Initiative geworben worden sei? Das kommt noch, antwortet Buschkowsky, ein Sponsor habe eine große Anzeige ermöglicht, die demnächst in der „B. Z.“ erscheinen werde. Wird es helfen? Auch dafür hat er selbstverständlich noch einen Spruch parat: „Viele Hände machen schnell ein Ende“.

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