Berlin-Biesdorf : Explosion in Hochhaus

Ein Mieter hantierte in seiner Wohnung mit Gaskartuschen, diese explodierten. Nun ist die Hälfte des Hochhauses unbewohnbar, die Mieter sind in einer Kita einquartiert.

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Es knallte zum Frühstück. Um 8.20 Uhr erschütterte eine schwere Verpuffung einen Plattenbau im Buckower Ring in Biesdorf. Im achten Stock des Hochhauses soll ein Mieter mit einer Gasflasche hantiert haben, hieß es bei der Polizei. Mehrere Kartuschen sollen explodiert sein. Der 24-Jährige wurde schwer verletzt. Es brach sofort ein Brand aus, der sich in den neunten Stock durchfraß. Die Feuerwehr hatte die Flammen schnell unter Kontrolle. Am Nachmittag berichtete die Polizei, dass die Bauaufsicht das Haus jedoch gesperrt habe, da die Statik geprüft werden müsse. Alle Mieter wurden zunächst in einer nahe gelegenen Kita untergebracht. Fast 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, einer wurde leicht verletzt. Auch vier Mieter kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in eine Klinik. Vor sechs Wochen hatte es ebenfalls in einem Hochhaus am Franz-Mehring-Platz in Friedrichshain eine schwere Verpuffung gegeben. Damals war ein Fernseher implodiert.

Feuerwehr schon am Donnerstag im Dauereinsatz

Der Freitag ging bei der Feuerwehr so weiter, wie der vorangegangene Tag, nämlich mit sehr vielen Einsätzen. „17 Brände in 24 Stunden“ meldete die Feuerwehr am Freitag früh auf ihrer Internetseite. Mehrere dieser Brände am Donnerstag haben Kriminelle verursacht. In mindestens zwei Bezirken sind offensichtlich Serien-Brandstifter unterwegs. So brannten im Charlottenburger Ortsteil Westend und in Hellersdorf jeweils in zwei Häusern mehrere Kellerverschläge. In der Mollwitzstraße in Westend war ein Seniorenheim betroffen. Da sich der Qualm auch in einem Treppenhaus ausgebreitet hatte, waren viele Menschen in Angst. 28 Bewohner mussten über ein zweites Treppenhaus von den Helfern in Sicherheit gebracht werden. Stunden später brannte es in der Kirschenallee. In Hellersdorf brannte es in Kellern am Kummerower Ring und der Eisenacher Straße. Weitere Brandstiftungen gab es in Lichtenrade und Köpenick. Zudem hielten mehrere Wohnungsbrände und Kleinfeuer im Freien die Feuerwehr im Dauereinsatz. 2013 hatte es bei Brandstiftungen zwar einen Anstieg um acht Prozent auf 734 Taten gegeben, es war dennoch der zweitniedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Etwa jede dritte Brandstiftung trifft ein Auto.

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