Berlin-Kreuzberg : Hertha-Fans werfen Biergläser auf die Polizei

In Kreuzberg eskalierte in der Nacht zu Sonntag die HahoheStimmung von Hertha-Fans: Fans warfen Biergläser auf Streifenpolizisten. Die holten eine Hundertschaft zur Hilfe.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

In der Nacht zu Sonntag wurden Polizisten vor einer Fußballkneipe in Kreuzberg mit Biergläsern beworfen. Insgesamt wurden 50 Fans von Hertha BSC und dem befreundeten Verein Karlsruher SC kontrolliert, einer wurde vorübergehend festgenommen. Verletzt wurde niemand. Vermutlich hat die magere Nullnummer zum Rückrundenstart den Hertha-Fans die Laune verhagelt.

Es begann eigentlich harmlos: Gegen 22.20 Uhr war ein Funkwagen mit Blaulicht und Horn auf dem Weg zu einer Sachbeschädigung in der Blücherstraße. Als die Streife eintraf, stellte sie vor dem Lokal an der Ecke Blücher- und Urbanstraße eine große Personengruppe fest, die jedoch nicht aggressiv wirkte, sodass die Besatzung ausstieg. Plötzlich wurden die Beamten aus dieser Gruppe heraus mit Biergläsern beworfen, die auf dem Boden zerschellten und die Polizisten nicht trafen. Als Unterstützungskräfte eintrafen, flüchteten viele Personen in die Tempelherrenstraße, wo Polizisten einer Hundertschaft diese kontrollierten. Insgesamt wurden hier die Personalien von 49 Personen festgestellt.

Auch in der Blücherstraße wurden Personen überprüft. Dabei beleidigte ein offenbar alkoholisierter Mann einen Zivilfahnder und hob einen Arm zum „Deutschen Gruß“. Bei der anschließenden Festnahme schubste der Pöbler den zuvor beschimpften Ermittler, der unverletzt blieb, und versuchte sich durch Hin- und Her bewegen des Oberkörpers gegen die Maßnahmen zu wehren. Zeitgleich schlug er seinen Kopf gegen eine Glasscheibe einer Bushaltestelle. Daraufhin wurde er auf den Boden gebracht und ihm wurden die Handfesseln angelegt. Nach Blutentnahme und erkennungsdienstlicher Behandlung wurde der 33-Jährige in der Nacht wieder entlassen. Anwohner wunderten sich über den nächtlichen Großeinsatz, einer twittere Fotos.

Die Polizisten leiteten Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Beleidigung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein. 16 Funkwagen verschiedener Polizeiabschnitte, Polizisten einer Einsatzhundertschaft und zwei Zivilstreifen der Direktion 5 und des Landeskriminalamtes Berlin waren im Einsatz. In der Vergangenheit waren Karlsruher Fans schon mehrfach negativ der Berliner Polizei aufgefallen, vor allem bei Spielen beim anderen Berliner Verein, nämlich Union.

 

 

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