Berlin-Kreuzberg : Jugendliche stoßen Mann ins Gleisbett der U-Bahn

Am Berliner U-Bahnhof Kottbusser Tor hat eine Gruppe Jugendlicher zwei Männer attackiert. Die Täter flüchteten mit dem Zug.

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Einsatz am Kotti.
Einsatz am Kotti.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor sind in der Nacht zu Samstag zwei Männer von Jugendlichen angegriffen und verletzt worden. Einer von ihnen wurde ins Gleisbett geschubst, berichtete die Polizei. "Der Angegriffene konnte sofort wieder herausklettern", hieß es.

Wie die Polizei mitteilte, warteten gegen Mitternacht die zwei 26 und 27 Jahre alte Männer gemeinsam mit einer 22-jährigen Freundin auf dem Bahnsteig der U8 auf den Zug in Richtung Hermannplatz. Plötzlich sei ein Jugendlicher aus einer Gruppe von fünf bis zehn Personen auf den 26-Jährigen zugekommen und habe ihm seine Mütze vom Kopf gezogen und ins Gleisbett geworfen.

Darauf angesprochen, was das soll, habe der junge Mann ihm ins Gesicht geschlagen, ein Begleiter sei dazu gekommen und habe ihn ins Gleisbett geschubst, aus dem der Angegriffene sofort wieder herausklettern konnte.

Bahnsteige und Züge der U-Bahn sind kameraüberwacht

In der Zwischenzeit soll laut Polizei auch der 27-Jährige aus der Gruppe heraus von drei bis vier jungen Männern attackiert worden sein. Er habe angegeben, geschlagen und getreten worden zu sein. Die Täter seien anschließend mit einer U-Bahn der Linie 8 in Richtung Hermannstraße geflüchtet - die Züge sind wie berichtet kameraüberwacht. Auch die Bahnsteigbereiche werden von Kameras erfasst. Die Polizei hat die Bänder aus der Station und aus dem Zug von der BVG angefordert. Dies ist mittlerweile ein Standard bei Ermittlungen. Die verletzten Männer wurden zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Täter wurden als etwa 14 bis 20 Jahre alt und arabischstämmig beschrieben.

Ins Gleisbett gestoßen - viele Attacken in 2016

Bereits in der Vergangenheit gab es Übergriffe auf Berliner Bahnhöfen, bei denen Menschen ins Gleisbett geschubst wurden. Erst im Oktober wurde im U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord ein Mann ins Gleisbett gestoßen. Ein Wartender konnte ihn zurück auf den Bahnsteig ziehen. Im Juni stieß ein Mann eine 60-Jährige auf dem U-Bahnhof am Alexanderplatz auf die Gleise. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Februar auf dem U-Bahnhof Rosenthaler Platz.

Im Januar 2016 schubste ein Schwarzfahrer einen Kontrolleur am U-Bahnhof Schlesisches Tor auf die Gleise. Auch bei der S-Bahn gab es diese Vorfälle - etwa im April, als es einen Streit unter Fußballfans gab in Charlottenburg. Ein Mann lag daraufhin im Koma.

Im Januar stieß ein Mann Amanda K. vor die U-Bahn am Ernst-Reuter-Platz. Die Frau starb. Ein Gericht verfügte die Unterbringung von Hamin E. in der Psychiatrie - dauerhaft.

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