Berlin-Steglitz : Doppeldecker fuhr sich unter Brücke fest

Die BVG hat einen Cabriobus mehr - geplant war das aber nicht. Der Doppeldecker rammte eine zu niedrige Bahnbrücke und rasierte sich dabei das Oberdeck ab.

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Beleidigung und Schläge in einem Bus der BVG (Symbolfoto).
Beleidigung und Schläge in einem Bus der BVG (Symbolfoto).Foto: dpa

Am Sonnabendmorgen wollte eine Fahrerin ihren Doppeldecker in Steglitz die Bahnbrücken im Zuge der Kieler Straße / Bergstraße durchfahren. Das ging natürlich schief, die Brücke ist nur 3,70 Meter hoch, der Bus mehr als 4 Meter. Das Oberdeck wurde abrasiert, verletzt wurde niemand. Wie fast immer bei derartigen Unfällen waren keine Fahrgäste an Bord. Die Frau sollte den Bus vom Betriebshof gegen 5 Uhr früh zur Starthaltestelle bringen. Dabei missachtete sie sowohl den für Betriebsfahrten vorgeschriebenen Weg als auch das Hinweisschild „Gesperrt für DD-Bus“.

Dem Vernehmen nach steuert die Frau sonst keine Doppeldecker, verletzt wurde sie nicht. Der letzte Unfall dieser Art liegt bereits neun Jahre zurück – das ist Rekord. Im Dezember 2007 fuhr sich ein Doppeldecker an der Klemkestraße in Reinickendorf unter der Bahnbrücke fest. Etwa 15 Busse soll die BVG seit Anfang der 70er Jahre unter Brücken verloren haben. Vermutlich wird der im Dezember 2009 Bus zugelassene Bus verschrottet, eine Aufarbeitung dürfte sich angesichts des Alters nicht lohnen. Im Juli 2002 hatte ein Fahrer mal einen besetzten Bus in Neukölln gegen eine zu niedrige Brücke gesetzt, zwei Fahrgäste waren verletzt worden. Der Fahrer hatte die Routen von zwei Linien verwechselt. Statt geradeaus zu fahren, war er in die Niemetzstraße abgebogen. Diese Brücke war, wie auch die über der Klemkestraße, auch für zahlreiche Lastwagen das Ende der Fahrt. Theoretisch seien Unfälle ausgeschlossen, versicherte eine BVG-Sprecherin. Selbst bei spontanen Routenänderungen wegen Staus, Demonstrationen oder Staatsbesuchen werde die Umleitung von der Leitstelle vorgeschrieben, der Fahrer dürfe nicht auf eigene Faust fahren. Zahlen müssen die Fahrer den derart angerichteten Schaden nicht – der Spott der Kollegen sei aber garantiert, berichtete ein Fahrer. Die Brücke überstand den Unfall unbeschädigt. Wie üblich rückte ein Statiker an, bis zur Entwarnung ruhte der Betrieb auf der Wannseebahn (Linie S1) etwa 90 Minuten.

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