Betrug an Bankautomaten : Polizei sucht "Jackpotter" mit Kamerabildern

Ein Computerbetrüger erbeutete am 9. August eine große Summe Bargeld an Geldautomaten in Baden-Württemberg und Berlin. Die Polizei zeigt Fotos und bittet um Hilfe bei der Suche.

Max Deibert
Der mutmaßliche Computerbetrüger. Er schlug am Morgen des 9. Augusts in einer Sparkasse in Esslingen am Neckar zu...
Der mutmaßliche Computerbetrüger. Er schlug am Morgen des 9. Augusts in einer Sparkasse in Esslingen am Neckar zu...Foto: Polizei

Die Polizei sucht mit Bildern aus Überwachungskameras nach einem mutmaßlichen Computerbetrüger, der mit einem technischen Trick am 9. August diesen Jahres einen laut Polizei "größeren Geldbetrag" aus Bankautomaten gestohlen hatte. Über die genaue Höhe der Beute gab die Polizei nichts bekannt.

Der Täter war offenbar nicht nur clever, sondern auch schnell: Erst soll er gegen 6.50 Uhr einen Automaten in einer Kreissparkasse in Esslingen am Neckar - nahe Stuttgart - ausgeräumt haben, am gleichen Tag um 21 Uhr dann den Automaten in einer Postbankfiliale in Berlin-Hermsdorf. Zwischen den beiden Geldautomaten liegt eine Distanz von gut 650 Kilometern.

Methode des Täter nennt sich "Jackpotting"

Die Betrugsmasche des Täters nennt sich laut Polizei "Jackpotting". Der Begriff war 2010 von dem neuseeländischen Hacker Barnaby Jack geprägt worden. Er hatte auf der "Black Hat Conference" in Las Vegas im Rahmen eines Auftritts ein Verfahren zur Überlistung von Geldautomaten vorgestellt.

... und noch am Abend des gleichen Tages in einer Postbank in Berlin-Hermsdorf, 650 Kilometer von Esslingen entfernt.
... und noch am Abend des gleichen Tages in einer Postbank in Berlin-Hermsdorf, 650 Kilometer von Esslingen entfernt.Foto: Polizei

Dabei wird zunächst das Gehäuse des Automaten geöffnet und dann ein USB-Stick angeschlossen, um Zugriff auf die Software zu erhalten. Nach einem Neustart des Geräts konnte Jack dann nach Belieben Geld aus dem Automaten auswerfen lassen - eine wesentlich elegantere Methode als der üblicherweise von Automatenknackern gewählte Weg, das Gerät mit einem Gasgemisch aufzusprengen. Ein Video der Präsentation findet sich bei Youtube.

Die Polizei geht davon aus, dass sich der Gesuchte von Barnaby Jack inspirieren ließ und die Geldautomaten durch eine Manipulation der Steuerungselektronik dazu brachte, ihren wertvollen Inhalt auszuwerfen. Vermutet wird außerdem, dass der Täter zwei so weit voneinander entfernte Bankfilialen auswählte, um die Suche nach ihm zu erschweren. Offenbar ist ihm das gelungen.

Polizei zeigt hochwertige Bilder des Verdächtigen

Allerdings lieferten die Überwachungskameras in den beiden Bankfilialen ungewöhnlich hochwertige Bilder des mutmaßlichen Computerbetrügers.

Wer den Mann auf den Bildern erkennt, Angaben zu seiner Identität oder seinem Aufenthaltsort geben kann oder sonstige sachdienliche Hinweise parat hat, wird um einen Anruf bei der Kriminalpolizei unter (030) 4664 – 924 545 oder eine E-Mail an lka245hinweise@polizei.berlin.de gebeten. Wie immer nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise entgegen.

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