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Bilanzen zum Blitzermarathon : 3700 Raser beim "Marathon" in Berlin erwischt

Von 75.829 Fahrzeugen kontrollierte die Berliner Polizei beim 24-Stunden-Blitzermarathon das Tempo: Genau 3674 waren zu schnell. Das Präsidium ist sehr zufrieden, dass es so "entspannt" zuging auf den Straßen.

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Blitzmarathon in Berlin.
Blitzmarathon in Berlin.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

"Das Ziel der Sensibilisierung scheint tatsächlich erreicht worden zu sein", heißt es in einer Meldung des Präsidiums. Bei der Aktion am Donnerstag seien viel weniger Raser erwischt worden als an normalen Tagen. "Inwieweit es gelungen ist, Fahrzeugführer nachhaltig zu einer positiven Verhaltensanpassung zu motivieren, bleibt abzuwarten", formulierte das Präsidium weiter. Das Durchschnittstempo sei spürbar niedriger gewesen, und zwar nicht nur am Donnerstag sondern auch an den Tagen zuvor. Offensichtlich eine Reaktion auf die breite Berichterstattung in den Medien, wie es hieß. Vielerorts seien die eingesetzten Polizisten von Passanten angesprochen worden, die die Kontrollen gut fanden.

Die Masse hat sich laut Polizei an die Temporegeln gehalten, Einzelne nicht. Ein Autofahrer schoss mit Tempo 90 im Bezirk Mitte durch die Grunerstraße, erlaubt ist dort 50. Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg fuhr ein 17-Jähriger mit seinem Kleinkraftrad mit 85 km/h bei erlaubten 50 km/h. Beide Verkehrsteilnehmer erwarten ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei sowie ein Bußgeld in Höhe von mindestens 160 Euro.

"Einen schlechten Tag" (Originalton Polizei) hatten sich zwei Brüder für ein Motorradrennen in Köpenick auf dem Adlergestell ausgesucht. Ein ziviler Videowagen des Verkehrsdienstes filmte ihr Rennen, bei dem sie mit 115 km/h bei erlaubten 70 km/h und mit 110 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gemessen wurden. Sie müssen nun jeweils mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 280 Euro, zwei Monaten Fahrverbot und zwei Punkten rechnen.

Ein 20-Jähriger hatte nur kurz Freude an seinem erst vor zwei Tagen erworbenen Führerschein. Er wurde in Reinickendorf mit 85 km/h in einer 30 km/h-Zone gemessen. Neben einem Bußgeld in Höhe von 280 Euro und zwei Punkten wird er die Fahrerlaubnis auf Probe wieder los sein

Europaweit wurde am Donnerstag das Tempo von Autofahrern kontrolliert, die Aktion fand erstmals statt. Zuvor hatte es einige bundesweite Blitzeraktionen gegeben, Berlin hatte sich erstmals 2013 beteiligt.

Positive Bilanz auch in Brandenburg

Im Nachbarland waren 450 Polizisten an 225 Kontrollorten im Einsatz. Insgesamt wurden von Polizei und Kommunen landesweit 247.338 Kraftfahrzeuge angemessen. Dabei wurden 6751 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Das entspricht einer Quote von rund 2,73 Prozent, welche an Tagen ohne Ankündigung der Kontrollen etwa doppelt so hoch ist. Im Vergleich zum zweiten Blitzermarathon im September 2014 lag die Quote annähernd auf dem gleichen Niveau (2,67 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen, dass es erforderlich ist, weiter die Geschwindigkeiten zu kontrollieren. Es ist  richtig und wichtig, das Thema Raserei im Straßenverkehr  immer wieder in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagte Ingolf Niesler, Leiter der Verkehrspolizei im Polizeipräsidium. Auch in Brandenburg wurde am Donnerstag "deutlich langsamer und regelkonformer gefahren, als sonst". Spektakuläre Übertretungen gab es nur in Einzelfällen. So wurde in der Baustelle auf der A12 hinter dem Autobahndreieck Spreeau ein Autofahrer mit 135 km/h gemessen und in der Baustelle auf der A2 bei Brandenburg/ Havel ein Autofahrer sogar mit 151 km/h. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in beiden Fällen 60 km/h.

 

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