Ermittlungen gegen Kollegen : Tödliche Schüsse auf Dennis J. - Polizisten verweigern Aussage

Sie waren dabei, als die tödlichen Schüsse auf Dennis J. fielen. Doch die beiden Kollegen des mutmaßlichen Schützen verweigern weiter die Aussage. Auch vor einem Richter wollten sie keine Angaben zu den Ereignissen der Silvesternacht machen.

NeuruppinIm Fall der tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen Straftäter am Jahresende in Schönfließ bei Berlin verweigern die beiden beteiligten Kollegen des mutmaßlichen Schützen die Aussage. Ein erster Versuch einer richterlichen Vernehmung als Zeugen sei gescheitert, teilte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Montag mit. Die Beamten hätten vom Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Danach dürfen Betroffene solche Fragen unbeantwortet lassen, durch deren Beantwortung sie sich selbst belasten würden.


Drei Berliner Polizisten hatten am Silvesterabend versucht, einen Straftäter in Schönfließ festzunehmen. Dabei soll ein 35-jähriger Polizist mehrfach auf den in einem Pkw sitzenden Mann geschossen und diesen tödlich verletzt haben. Gegen den Beamten war Anfang Januar Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden, der gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.

Ermittlungen gegen die beiden Kollegen - Verdacht auf Strafvereitelung im Amt

Seine beiden Kollegen hatten nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft ausgesagt, dass sie die Schüsse wegen des Lärms von Silvesterknallern nicht gehört hätten. Gegen die Polizisten wird wegen des Versuchs der Strafvereitelung im Amt ermittelt. Sie könnten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bei polizeilichen Vernehmungen in der Silvesternacht und der Rekonstruktion des Tatgeschehens am 7. Januar zugunsten ihres Kollegen Wissen über den Tathergang zurückgehalten haben. Dieser Verdacht habe sich durch weitere Ermittlungen verdichtet, hieß es.

Der Leitende Neuruppiner Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher bedauerte, dass es infolge des Aussageverhaltens der beiden Polizisten "für alle Beteiligten unnötig zu einer zweiten Baustelle" gekommen sei. Er fügte hinzu: "Polizeiarbeit ist oft schwierig und gefährlich, das wissen und beachten wir. Wenn ein Einsatz derart aus dem Ruder läuft, erwarten wir bei der Aufklärung dennoch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Beamten mit uns." Berichte über eine mangelhafte Zusammenarbeit mit der Berliner Polizeiführung wies Schnittcher hingegen zurück. (jnb/ddp)

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