Feuerwehr zieht Bilanz : Rettungseinsätze der Feuerwehr 2010 deutlich gestiegen

Die Feuerwehr musste im Jahr 2010 deutlich öfter zu Einsätzen ausrücken als noch im vorangegangen Jahr. Landesbranddirektor Gräfling führte das auf Defizite in anderen öffentlichen Bereichen zurück und kritisierte die Missstände.

Die Feuerwehr zieht Bilanz: Im Jahr 2010 musste sie wesentlich öfter ausrücken. Am Donnerstag, 31. März, brannte ein Wohnhaus in Spandau. Obergeschoss und Dachstuhl wurden vollständig zerstört. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Die Feuerwehr zieht Bilanz: Im Jahr 2010 musste sie wesentlich öfter ausrücken. Am Donnerstag, 31. März, brannte ein Wohnhaus in...Foto: DAPD

Die Zahl der Rettungsdienst-Einsätze der Berliner Feuerwehr hat sich 2010 deutlich erhöht. Wie Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Freitag sagte, rückten die Notwagen vergangenes Jahr rund 279.600 Mal aus, das entsprach einem Anstieg um mehr als 12 Prozent gegenüber 2009. Insgesamt sei die Zahl der Einsätze um rund acht Prozent gestiegen. Die Zahl der Brände stieg um mehr als sechs Prozent.

Als Gründe für die Zunahme der Einsätze für den Rettungsdienst nannte Gräfling die demografische Entwicklung und „eine gesteigerte Erwartungshaltung der Bevölkerung“. Vor allem müsse die Feuerwehr abfangen, was anderswo in der medizinischen Versorgung versäumt wurde. Beispielsweise würden die Krankenhäuser Patienten schneller entlassen. Das sei mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen verständlich, führe aber schnell zu „Rückführungen“ von Berlinern, die soeben erst aus dem Krankenhaus kämen

Darüber hinaus fänden kaum noch Hausbesuche von niedergelassenen Ärzten statt, da diese Leistungen nur schlecht vergütet werden, sagte Gräfling. In der Folge würden Kranke schneller zum Telefon greifen. Auch „offensichtliche Defizite“ in Pflegeheimen machten der Feuerwehr zu schaffen. Weil Ärzte und Pflegepersonal fehlten, würde häufiger die Feuerwehr gerufen. „Natürlich sind wir da, um Menschen zu helfen. Aber in diesem Bereich hat eindeutig eine Verschiebung der Lasten stattgefunden“, kritisierte Gräfling.

Zufrieden zeigte sich Gräfling mit der Ausstattung der Feuerwehr. Die Personaldecke sei ausreichend. Die Zahl der externen Stützpunkte werde von fünf auf zehn erhöht. (dapd)

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