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Freibäder in Berlin-Schmargendorf und Neukölln : Zwei Chlorgasvorfälle in zwei Tagen

Bereits am Sonntag hatte im Sommerbad Wilmersdorf ein Chlorgasbehälter geleckt - am Montag trat dann im Freibad Columbiadamm eine Chlorgaswolke aus.

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Die Feuerwehr war im Einsatz. (Symbolbild)
Die Feuerwehr war im Einsatz. (Symbolbild)Foto: dpa

In zwei Berliner Freibädern ist an aufeinander folgenden Abenden hochgiftiges Chlorgas ausgetreten. Während der Vorfall im Sommerbad Wilmersdorf am Sonntagabend noch relativ glimpflich abging, wurde es am Montagabend im Freibad am Columbiadamm schon brenzliger: Eine Chlorgaswolke zog über das Gelände des Freibades und des Columbiadamm. Die Hauptverkehrsader zwischen Neukölln und Tempelhof musste aus Sicherheitsgründen für zwei Stunden gesperrt werden.

Wilmersdorf: Gasleck im Betriebsraum

Im Sommerbad Wilmersdorf in der Forckenbeckstraße war in der Nacht zu Sonntag giftiges Gas ausgetreten. "Wir wurden um 22.47 Uhr nach Schmargendorf alarmiert, weil in einem Betriebsraum Chlorgasalarm ausgelöst worden war", sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag. Das Bad war bereits seit 20 Uhr geschlossen. Badegäste waren nicht in Gefahr.

Nach Angaben der Feuerwehr war das Chlorgas aus drei 500-Kilogramm-Behältern ausgetreten. "Warum, ist noch völlig unklar", hieß es am Montag. Die Feuerwehr rückte mit 50 Mann an. Vier Männer in Schutzanzügen gingen in den Betriebsraum, um die Behälter zu schließen. Anwohner eines nahen Hauses wurden aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten. Um 1.50 Uhr war die Situation unter Kontrolle. "Es wurden verschiedene Sicherheitsmessungen durchgeführt. Für die Bürger besteht keine Gefahr", hieß es bei der Feuerwehr.

Das Sommerbad Wilmersdorf blieb am Montag laut Homepage des Schwimmbads wegen "technischen Gründen" geschlossen. "Unsere Experten versuchen nun herauszufinden, warum das Chlorgas ausgetreten ist", sagte ein Sprecher der Berliner Bäderbetriebe. Vermutlich sei ein Ventil an den Behältern undicht gewesen. "Das Sommerbad wird am Dienstagmorgen um 7 Uhr wieder öffnen", hieß es.

Neukölln: Chlorgaswolke über dem Columbiadamm

Während das Sommerbad in Wilmersdorf am Dienstag wieder öffnete, blieb das Freibad am Columbiadamm in Neukölln am Dienstag geschlossen. Auch hier gebe es "technische Gründe" für die Schließung, teilten die Berliner Bäderbetriebe auf der Homepage des Schwimmbads mit.

Ursache für die Schließung: Ein neuerlicher Austritt von Chlorgas, diesmal aber räumlich nicht so eng begrenzt wie bei dem Vorfall am Sonntag. "Am Montagabend sind im Sommerband Neukölln etwa 1000 Kilogramm Chlorgas ausgetreten. Es entstand eine Chlorgaswolke, die sich witterungsbedingt über das ganze Gelände verteilte und dann weiter in Richtung Columbiadamm und Volkspark Hasenheide zog", sagte eine Feuerwehrsprecherin am Dienstag.

Das Freibad Columbiadamm war seit etwas mehr einer halben Stunde geschlossen, als der Chlorgasalarm die Feuerwehr gegen 20.42 Uhr erreichte. Mehrere Angestellte der Berliner Bäderbetriebe verließen das Gelände, die Feuerwehr richtete einen 200-Meter-Sicherheitskreis ein. Auch Teile des Tempelhofer Feldes mussten vorübergehend gesperrt werden.

"Aus der nahen Wohnsiedlung Scubepark haben wir sieben Anwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht", hieß es bei der Feuerwehr. Die Nachbarn seien aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Das Chlor sei von Beamten in leichten Schutzanzügen mit Wasser gebunden worden, sagte die Feuerwehrsprecherin. "Es gab keine Verletzten, die Bevölkerung war nicht in Gefahr", hieß es.

Bäderbetriebe: "Wir gehen erstmal von Zufall aus"

Bei den Bäderbetrieben zeigte man sich am Dienstag etwas ratlos über die beiden Zwischenfälle. "Wir gehen jetzt erstmal von einem Zufall aus", sagte ein Sprecher. Die Wartung der Chlorgasbehälter obliege einer externen Fachfirma. "Wir werden vorsorglich alle Ventile an den Chlorgasbehältern austauschen lassen", hieß es. Man gehe davon aus, dass das Columbiabad am Mittwoch wieder öffnen könne.

Hinweise auf einen Sabotageakt - etwa eines unzufriedenen Bademeisters - lagen am Dienstag nicht vor. "Die Wartungsfirma hat die betroffenen Chlorgasbehälter untersucht. Es wurden keine Hinweise auf eine Manipulation festgestellt", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei.

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