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Häusliche Gewalt : Frau stirbt nach Messerattacke

Die 23-Jährige, die am Freitag von ihrem getrennt lebenden Ehemann mit einem Messer niedergestochen worden war, ist ihren lebensgefährlichen Verletzungen erlegen. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Eine Bekannte der Frau berichtete, diese hätte Angst vor ihrem Mann gehabt.

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Die 23-Jährige, die am Freitag von ihrem Ehemann lebensgefährlich verletzt worden war, ist am Sonnabend in einem Krankenhaus gestorben. Der von der Frau getrennt lebende Ehemann war kurz nach der Tat in seiner Wohnung festgenommen worden. Er wurde am Sonnabend dem Haftrichter vorgeführt. Ein Haftbefehl wegen Mordes wurde ausgestellt.

Der 25-Jährige hatte seiner Frau mehrfach mit einem Messer in das Gesicht und den Hals gestochen, blutüberströmt war sie im Flur ihrer Wohnung in der Spandauer Jagowstraße zusammengebrochen. Ärzte hatten ihren Zustand sofort als extrem kritisch eingestuft. Der Mann, der seit einiger Zeit in einer anderen Wohnung im selben Bezirk lebte, hatte laut Polizei der Frau im Treppenhaus „aufgelauert“. Als sie gegen 8.10 Uhr die Wohnungstür öffnete, soll er unvermittelt zugestochen haben – vor den Augen der beiden Kleinkinder des Paares. Die Kinder – ein und zwei Jahre alt – wurden von der Familie der Frau in Obhut genommen.

Eine Bekannte des Opfers berichtete am Sonnabend, dass die 23-jährige Frau Angst vor ihrem Mann gehabt habe. Dessen Familie soll sie mehrfach als „deutsche Schlampe“ beschimpft haben. Der Tatverdächtige stammt nach Angaben von Ermittlern aus dem arabischen Raum, soll aber einen deutschen Pass haben. Der Mann habe nach dem Koran gelebt, bestätigte die Bekannte der Frau.

Das Opfer soll sich gerade beim Jugendamt informiert haben, ob der Mann, von dem sie sich scheiden lassen wollte, für die Kinder ein Besuchsrecht bekommen würde. Nach Angaben der Bekannten durfte die Frau vor der Trennung das Haus nur verlassen, wenn der Mann dem zugestimmt hatte. Das habe sie nicht mehr ertragen, berichtete die Bekannte.

Polizei und Staatsanwaltschaft konnten am Sonnabend nicht sagen, ob es in der Vergangenheit gegen den Tatverdächtigen bereits Anzeigen wegen häuslicher Gewalt oder sogar ein gerichtliches Verbot, sich der Frau zu nähern, gegeben habe. Die Jugendstadträtin des Bezirks, Ursula Meys, sagte am Sonnabend, dass sie sich am Montag von ihren Mitarbeitern über die Familie informieren lassen werde.

Im Jahr 2010 hatte die Polizei in Berlin fünf vollendete und 19 versuchte Tötungsdelikte unter „Häuslicher Gewalt“ verbucht. Zudem wurden 1416 Fälle von schwerer oder gefährlicher Körperverletzung zwischen Paaren registriert. 35 Prozent der Täter hatten keinen deutschen Pass. Wie groß der Anteil der Täter mit Migrationshintergrund ist, erfasst die Polizei nicht.

Erst in der vergangenen Woche hatte eine ähnliche Attacke Schlagzeilen gemacht: Auf der Kreuzberger Bergmannstraße hatte Bahattin Ü. seine von ihm getrennt lebende Frau Fatma (40) mit dem Messer lebensgefährlich verletzt. Der 47-Jährige wurde festgenommen, er sitzt in U-Haft.

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