Juwelendiebstahl : KaDeWe-Coup: Gutachten entlastet Verdächtige

UPDATE Die Ermittlungen im Fall der Zwillingsbrüder Hassan und Abbas O. werden zunächst nicht fortgeführt - doch der Aktendeckel zum KaDeWe-Coup wird nicht komplett geschlossen.

Tanja Buntrock

Nach dem spektakulären Schmuckdiebstahl im Januar müssen Polizei und Staatsanwaltschaft eine weitere folgenschwere Niederlage einstecken: Zunächst wurde die DNA der beiden 27-Jährigen am Tatort im KaDeWe gefunden, doch ließ sich nicht zuordnen, wer von den beiden eineiigen Zwillingsbrüdern sie dort gelassen hat. Darüberhinaus hat nun noch ein anthropologisches Gutachten ergeben: Es gibt keine Übereinstimmung mit den Tatverdächtigen.

Die Hoffnung der Ermittler auf das Gutachten war groß, denn dass sie die beiden Libanesen nicht aufgrund ihrer gleichen DNA überführen können, war schon länger bekannt. Deshalb wurde bereits der Haftbefehl gegen sie aufgehoben. Bei dem neuen Gutachten wurden die menschlich-biologischen Körpermaße wie etwa Körpergröße, Nasenform, Arm- und Beinlänge von den Tätern, die auf den Videoaufzeichnungen zu sehen sind mit den Maßen der beiden Tatverdächtigen verglichen. Das Gutachten schließt die Zwillinge als Täter aus. „Die Personen auf dem Überwachungsvideo, sind nicht identisch mit den Brüdern“, sagte Axel Weimann, Anwalt von Hassan O.

Dass die Ermittlungen aller Wahrscheinlichkeit erst einmal nicht fortgeführt werden, heiße jedoch nicht, dass der Aktendeckel komplett geschlossen werde, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth. „Die Ermittlungen in dem Fall laufen weiter. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, können wir auch das Verfahren gegen die Zwillinge wieder aufnehmen.“

Wie berichtet, waren mehrere Täter in der Nacht zum 25. Januar ins KaDeWe eingedrungen, ohne das die Alarmanlage auslöste. Sie stahlen Schmuck aus den Vitrinen des Juweliers „Christ“ im Wert von fünf Millionen Euro. Von der Beute fehlt weiterhin jede Spur. Am Tatort wurde ein Handschuh gefunden, in dem sich ein Schweißtropfen befand. Die DNA-Spur führte die Ermittler zu den Zwillingen. „Dass die DNA an dem Handschuh ist, heißt noch nicht, dass einer der Brüder auch am Tatort war“, sagt Weimann. Genausogut könnte jemand Drittes die Spur absichtlich dort hinterlassen haben.

Die Zwillinge, die aus Rothenburg (Wümme) kommen, versuchten nach Aussagen ihres älteren Bruders nun wieder in ihrer Heimatstadt einem „geregelten Leben“ nachzugehen. Beide seien derzeit noch arbeitslos.

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