Kreuzberg : Polizei hebt Waffenlager aus

77 Schusswaffen und 15.000 Schuss Munition: Ein 48-jähriger Berliner hat in seiner Kreuzberger Wohnung Pistolen und Gewehre aller Art gelagert. Die Polizei war geschockt.

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77 scharfe Schusswaffen fand die Polizei in Kreuzberg inklusive 15 000 Schuss Munition.Alle Bilder anzeigen
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20.10.2010 13:2777 scharfe Schusswaffen fand die Polizei in Kreuzberg inklusive 15 000 Schuss Munition.

Den größten Waffenfund seit zwei Jahren meldete die Polizei am Dienstag. In der Wohnung des 48-jährigen Deutschen in der Skalitzer Straße in Kreuzberg wurden am Montag bei einer Hausdurchsuchung scharfe Schusswaffen und etwa 15 000 Schuss Munition gefunden.

Die Polizei hatte einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt, weil man bei dem Mann eine illegale Waffe vermutete. Was dann tatsächlich gefunden wurde, sei völlig überraschend gewesen. Sofort wurden Experten des Landeskriminalamtes angefordert, die die Waffen sachgerecht abtransportierten. Im einzelnen fand die Polizei: 54 Pistolen, 10 Gewehre, eine Kalaschnikow (ein russisches Sturmgewehr), Schrotgewehre, eine Maschinenpistole, neun Schießkugelschreiber sowie fünf Nebelwurfkörper.

Die Waffen werden jetzt kriminaltechnisch untersucht („beschossen“), um zu prüfen, ob sie in der Vergangenheit bei Straftaten eingesetzt wurden.

Der 48-Jährige wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt, mittlerweile aber gegen Meldeauflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Polizeiangaben gibt es keinen terroristischen Hintergrund, die Waffen sollten auch nicht zu Verbrechen eingesetzt werden. Der Kreuzberger soll reiner Sammler sein, die Waffen soll er sich unter anderem über eine Internetplattform für Jäger und Sportschützen beschafft haben.

Zuletzt hatte es vor zwei Jahren einen ähnlichen Fall gegeben. Im Mai 2008 waren zwei Waffennarren festgenommen worden. Bei insgesamt 16 Durchsuchungen in mehreren Bundesländern hatten die Beamten 46 Pistolen, Gewehre und Maschinenpistolen sowie 17.000 Schuss Munition gefunden. Damals hatten die Ermittler sogar eine Flugabwehrkanone aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Auch diese Sammler sollen sich die Waffen über eine Internetplattform erworben haben. Einen Zusammenhang mit dem aktuellen Fall soll es nicht geben.

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