Kriminalität : Pannenserie bei Kiosk-Überfall

Drei äußerst dilettantische Räuber haben gestern Abend einen Kiosk in Wedding überfallen. Bei der Flucht verloren sie einen Teil des Geldes sowie die Pistole. Dann kamen sie mit dem Auto nicht aus der vereisten Parklücke. Doch das war noch nicht alles.

Bei den inoffiziellen Polizeimeisterschaften für den „Dümmsten Räuber 2010“ haben drei junge Männer am Samstagabend eine eindrucksvolle Bewerbung hingelegt: Gegen 20.45 Uhr betritt das maskierte Trio einen Kiosk in der Brüsseler Straße in Wedding. Bewaffnet mit Schusswaffe und Schlagstock, schüchtern sie den 24-jährigen Angestellten ein und greifen die Scheine aus der Kasse.

Die ersten Geldscheine, so hieß es gestern im Tagesbericht des Polizeipräsidiums, verliert ein Täter schon auf dem Gehweg vor dem Kiosk. Ein anderer lässt die Pistole fallen, dadurch löst sich ein Schuss. Das war zwar, wie sich später rausstellte, eine Platzpatrone. Der Knall reicht aber einem zufällig in der Nähe befindlichen Kriminalbeamten außer Dienst aus, um auf den Abgang des Trios aufmerksam zu werden.

An der nächsten Ecke, Antwerpener Straße, steht das Fluchtauto der Männer. Jetzt werden sie Opfer des Berliner Winters: Es gelingt ihnen nicht, den Kleinwagen vom Typ Renault Clio aus der vereisten Parklücke zu rangieren. Also flüchten die Kioskräuber zu Fuß weiter – vergessen aber ihre verbliebene Beute im Auto. Auf dem Zeppelinplatz verliert sich ihre Spur dann vorläufig im Dunkeln.

Doch schon vier Stunden später beginnt sie wieder hell zu leuchten: Auftritt 19-Jähriger, mit seinem Vater im Polizeiabschnitt 33 in der Perleberger Straße: „Unser Renault Clio ist gestohlen worden.“ Eine Kennzeichenabfrage ergibt, dass der vermisste Wagen zufälligerweise von einem Kriminalbeamten außer Dienst samt diverser Geldscheine sichergestellt worden ist. Da Polizisten derartige „Anzeigen“ zu gut kennen, fragen sie mal nach. Dabei verstrickt sich der 19-Jährige so schnell in Widersprüche, dass er noch in der Wache festgenommen wird – wegen schweren Raubes. Ha

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