Lichtenrade : Zweijähriger Junge fährt Papas Auto kaputt

In Lichtenrade kam es am Sonntagmorgen zu einem skurrilen Unfall: Ein Zweijähriger hatte den Autoschlüssen seiner Eltern geklaut und brach zu einer - sehr kurzen - Spritztour auf.

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Das Pärchen traute seinen Augen nicht: Als es am Sonntagmorgen um 10 Uhr durch die Skarbinastraße in Lichtenrade fuhren, rollte plötzlich ein leerer Mercedes aus einer Parkbucht quer über die Fahrbahn, rumpelte im Schritttempo über den Bürgersteig und prallte dann gegen eine Metallstrebe, die zur Markise eines Obstladens auf jener Straßenseite gehörte. Das Pärchen sprang aus dem Wagen und lief zum vermeintlichen Geisterauto. Als beide näher kamen, wunderten sie sich noch viel mehr: Hinter dem Steuer saß – ein Kleinkind.

Der zweijährige Junge hatte offenbar, unbemerkt von seinen Eltern, den Schlüssel des Familienautos geklaut, sich danach aus der elterlichen Wohnung geschlichen und war zu einer – wenn auch sehr kurzen – Spritztour aufgebrochen. Das Kind überstand den Unfall gut. Nachdem dem unsanften Stopp kletterte es unversehrt aus dem Wagen. Am Auto und an der Markise entstand Sachschaden.

Wie der Knirps – laut Angaben der Polizei feiert er im Juni seinen dritten Geburtstag – den Wagen in Bewegung setzen konnte, beschäftigt nicht nur den Verkehrsermittlungsdienst, sondern auch die Eltern des Jungen. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatte das Kind die Autotür vermutlich mit der Fernbedienung geöffnet und war dann in den Wagen geklettert. Nach Angaben eines Polizeisprechers war sogar der Fahrersitz so weit wie möglich nach vorne geschoben worden.

Der Zweijährige müsste selbst den Schlüssel ins Schloss gesteckt, gedreht und den Motor angelassen haben. Der Vater hatte, wie die Polizei erklärte, darauf verzichtet, die Handbremse anzuziehen, und stattdessen den ersten Gang eingelegt. Trotzdem setzte sich der Mercedes Diesel mit Schaltgetriebe langsam in Bewegung, bis die Fahrt nach zehn Metern abrupt endete.

Die Polizei prüft nun, ob der Kleine wirklich allein gehandelt hat oder ob sich andere einen gefährlichen Scherz mit ihm erlaubt haben.

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