Moabit : Neue Brandserie: Feuerwehr rät zu Achtsamkeit

Am Mittwoch wurden vier Kinderwagen in der Birkenstraße 20 angezündet, doch das ist kein Einzelfall. Die Anwohner fürchten eine Brandserie wie Anfang des Jahres in der Huttenstraße.

Johannes Radke

BerlinNoch immer hängt beißender Brandgeruch in der Luft. Die Wände sind pechschwarz vom Ruß. Vor dem Eingang des Wohnhauses in der Birkenstraße 20 in Moabit liegen am Freitagvormittag verkohlte Brandreste. Am Mittwochabend standen hier vier im Keller abgestellte Kinderwagen in Flammen. Anwohner hatten gegen 19 Uhr die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie Rauch im Treppenhaus bemerkt hatten. Verletzt wurde niemand. „Als ich von der Arbeit kam, war alles voller Polizei und Feuerwehr“, erzählt ein Anwohner. Stundenlang habe er das Haus nicht betreten können.

Was den Menschen in der Birkenstraße Sorgen bereitet ist, dass es sich bei dem Feuer nicht um einen Einzelfall handelt. Bereits vier Brände gab es in den vergangenen fünf Wochen in der Straße. Gleich dreimal brannte es im Haus Nummer 3. Am 21. Juni mussten dort mehrere Anwohner ins Krankenhaus. Fast immer wurden Kinderwagen im Keller oder Treppenhaus angezündet. „Meinen Kinderwagen nehme ich jetzt immer mit in die Wohnung“, sagt eine junge Frau. Viele in der Straße hätten Angst, dass es demnächst auch in ihren Häusern brennt. „Das muss ein Verrückter sein“, glaubt ein Mann, der zur Mittagspause im Imbiss gegenüber sitzt. Er achte neuerdings besonders darauf, dass bei ihm die Haustür abends verschlossen ist.

„Wenn man Brandgeruch wahrnimmt, sofort die Feuerwehr rufen“, sagt der Sprecher der Feuerwehr, Wolfgang Rowenhagen. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“ Auf keinen Fall sollte man versuchen das Gebäude über das verrauchte Treppenhaus zu verlassen. „Brandrauch ist hochgiftig und führt nach wenigen Atemzügen zum Tod.“ Stattdessen rät die Feuerwehr die Wohnungstür zu schließen und sich am Fenster gegenüber den Rettungskräften bemerkbar machen.

Bereits Anfang des Jahres gab es in Moabit eine gefährliche Brandserie in der nicht weit entfernten Huttenstraße. Dort hatte ein Brandstifter im selben Haus fünfmal Feuer gelegt. Im März war eine 56-jährige Mieterin an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben. Erst als die Hausverwaltung die Sicherheitsvorkehrungen erhöhte, Wachschützer engagierte und neue Schlösser einbauen ließ, endeten die Zündeleien. Bis heute hat die Polizei noch keine Spur zu dem Täter. Einen Zusammenhang zwischen den Bränden in der Birken- und Huttenstraße schließt das Brandkommissariat jedoch bislang aus. Johannes Radke

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